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Rio – wunderschön aber windig

Hallo ihr Lieben,
Mit dieser Woche geht für Marchi und mich auch unsere Saison zu Ende und es stand nichts geringeres als der olympische Wettkampf auf dem Plan! Dieser besondere Wettkampf entpuppte sich als der nervenaufreibendste meiner ganzen Ruderkarriere!
Als wir am Sonntag voller Euphorie mit unserem Vorlauf ins Wettbewerbsgeschehen eingreifen wollten, erfuhren wir, an der Strecke uns für das Rennen bereit machen wollend, dass alle Rennen des Tages wegen des heftigen Windes und Sturmböen ausfallen würden und auf den nächsten Tag verschoben werden. Die Anspannung, die das erste Rennen eines  jeden Wettkampfs mit sich bringt und die ich schon zwei Tage in mir trug, konnte ich also noch eine weitere Nacht nicht loswerden! Glücklicherweise konnten aber am nächsten Tag, dank des eingeschlafenen Windes, endlich alle Boote in den Wettkampf starten- auch wir! Mit einem dritten Platz haben Marchi und ich uns den Hoffnungslauf sparen können- worüber wir uns sehr freuten. Der erste Schritt ins Halbfinale war also geschafft.
Doch auch am Halbfinaltag machte uns der Wettergott einen Strich durch die Rechnung – heftigster Gegenwind machte ein Vorankommen auf dem Wasser beinahe unmöglich. Deshalb wurde also zu  zweiten Mal unser Rennen um einen Tag verschoben. Marchi und ich versuchten, die Situation möglichst gelassen zu nehmen- immerhin geht es ja allen Mannschaften gleich.
Leider kamen wir dann im Halbfinale nicht über den 5. Platz hinaus und mussten uns deshalb mit dem B-Fianle begnügen. Die Enttäuschung, vor allem über den Abstand zu einer Finalplatzierung war erst einmal sehr groß. Zwar war mir nach den Saisonergebnissen klar, dass die Finalplätze sehr hart umkämpft sind, trotzdem hätten wir es den anderen Bootes gern schwerer gemacht.
Im B- Finale wandelten Marchi und ich allen Frust in Kraft um und so gelang es uns, die Saison noch mal mit einem richtig coolen Rennen zu beenden! Selten hat ein Endspurt so viel Spaß gemacht wie in dem Rennen! Versöhnt mit der Regattastrecke beendeten wir unsere olympischen Spiele also mit einem 8. Platz!!

Ab nun werde ich das olympische Flair von Rio genießen!

Sportliche Grüße,
Eure Kerstin

Die Freude auf Olympia wächst

Olympia rückt immer näher- das wurde uns in dieser Woche noch mal allzu deutlich! Während wir die letzten Tage der Unmittelbaren Wettkampfvorbereitung Teil 1 in Weissensee (Österreich) verbrachten, wurde die Zeit genutzt, um uns Sportlern eine Einführung in die medizinischen Verhaltensweisen für Brasilien zu geben. Dafür reiste unser Verbandsarzt Ulli Kau an, um uns in einem sehr unterhaltsamen Vortrag unter anderem über die Mücken in Rio und die Wasserqualität zu informieren. An diesem Abend wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass es nur noch drei Wochen sind, ehe unser Flieger Richtung Brasilien abhebt!
Ein weiteres Highlight in dieser Woche war die Einkleidung am Freitag- hierfür fuhren wir mit den anderen Ruderern nach Hannover, wo in einer großen Kasernenhalle alle Kleidung (Freizeit-, Einmarch-, Anreise-, Siegerehrungskleidung) zum Anprobieren für uns bereitlag! Voller Vorfreude stürzten wir uns auf die Stände und konnten zum ersten Mal live sehen, was wir in Rio jeden Tag tragen werden. Die Einkleidung ist sehr farbenfroh, was ich passend für Rio finde und es sind wirklich viele schöne Teile dabei!

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Am Dienstag geht es für zwei Wochen in die Unmittelbare Wettkampfvorbereitung Teil 2 nach Ratzeburg. Dazwischen haben wir jetzt noch ein paar Tage, in denen wir unser Training individuell gestalten dürfen und so Kraft tanken können für den absoluten Höhepunkt in diesem Jahr- die Olympischen Spiele!!!

Ich freue mich riesig auf die kommenden Wochen,
eure Kerstin

Rudern in der Idylle

Irgendwann erreicht man ein Alter, an dem man die meisten Regattastrecken und Trainingsreviere kennt und die Momente, in denen man neue Bereiche kennenlernt werden immer seltener. Sabaudia, Sevilla, Ratzeburg, Poznan, Varese, Aiguebelette, Brandenburg, Luzern, und und und.. Alles keine Orte mehr, die für mich unbekannt sind.

Kerstin und Trampas, die schon öfters hier waren hatten immer von der Idylle, der Aussicht, dem See, dem Hotel, dem Essen, einfach dem gesamten Ambiente geschwärmt. An keinem anderen Ort könne man so entspannt und zugleich konzentriert trainieren wie in Weißensee. Umso aufregender war es für mich, den als schönsten Trainingslagerort angepriesenen Weißensee anzusteuern, um hier das erste von zwei Trainingslagern zwischen der Weltcup-Saison und den Spielen zu verbringen.

Mittlerweile sind wir 10 Tage hier und ich kann alles nur bestätigen. Schon bei der ersten Ausfahrt im Zweier war ich sehr beeindruckt von der Schönheit dieses Erholungsreviers. Das blaue – teilweise auch türkise – Wasser ist umgeben von Felswänden, Wald und Bergen. Wenn wir morgens zur ersten Einheit rausfahren erwarten uns schon ein paar Fischerböötchen, die in aller Seelenruhe umherschippern oder liegen, ein paar Anwohner schwimmen ihre Runden und das Ausflugsschiff macht sich bereit, um Passagiere an die „wohl schönsten Orte des Sees“ zu fahren.

Fischerboot bei der Arbeit

Wir ziehen es dann aber doch vor uns ruderisch fortzubewegen, weil wir neben der ganzen Idylle ja nicht vergessen wollen, warum wir hier sind – nämlich um besser zu werden. Diese Woche ist der Trainingsplan deshalb ganz schön voll gepackt. Neben vielen Einheiten im Zweier, versuchen wir uns ganz zur Freude der Skuller (die hier komplett vertreten sind) ab und an im Einer, schmeißen im Kraftzelte die Gewichte durch die Luft und brechen mit dem Mountainbike alle bisher aufgestellten Rekorde der Bergwertung. Im bergab-bremsen. Ein Highlight war dabei eine Radeinheit, bei der wir dachten den Rückweg aus Zeitgründen abkürzen zu können, indem wir direkt am Ufer die Laufstrecke entlangfahren. Der Weg wurde immer verwurzelter, was uns nach einigen Metern dazu zwang das Rad zu schieben. Nach noch mehr unbefahrbaren Metern schulterten Kerstin und ich die Räder, um nach einer Stunde irgendwann an einem Schild vorbeizukommen, dass sich nur von der anderen Seite lesen ließ.. „Ab hier nur für geübte Wanderer“ gAber gut, Spaß gemacht hat es trotzdem und wandern ist ja auch mal eine Abwechslung

Wandern statt radeln...
Wandern statt radeln…

 

Jeden dritten Tag fahren wir Strecken gegen den leichten und den schweren Doppelzweier. Das ist auch eine schöne Abwechslung, da wir in Dortmund bisher keine Trainingspartner hatten. So können wir auch im Training üben, uns an anderen Booten festzubeißen und unter Druck noch technisch gut zu rudern.

Die freien Nachmittage verbrachten wir bisher zum Beispiel mit einer kleinen Tour zur Minigolf-Anlage. Eine Ausfahrt mit der Dampfer steht auch noch auf dem Plan aber bald ist auch schon wieder Abreise und die Fischerboote brauchen keine Angst mehr haben, dass ihr Angelleinen von wild umherfahrenden Ruderbooten zerrissen werden.

Bis dahin

Eure Marchi

April, April, … der macht Winter!

Hallo zusammen!

Man könnte fast denken, dass wir wieder im Wintertraining sind, denn sowohl das Wetter, als auch unser Training passt perfekt zu dieser Jahreszeit.

Nach dem vierten Platz in Varese wussten wir woran wir arbeiten müssen und haben uns auch direkt wieder in die Arbeit gestürzt. Da wir ja noch 4 Monate Zeit haben bis wir topfit sein müssen, können wir auch noch gut die Grundlagen trainieren. Also Kraft, Rad, viel rudern, Ergo, Belastungen in den niedrigen Frequenzen – und all das mit Schnee (!), Wind und Regen. Eben wie im Winter.

20160422_133017Trampas filmt uns regelmäßig im Training, damit wir unsere Zusammenarbeit auch in Zeitlupe analysieren können und mehr ein Gefühl dafür bekommen, wie das, was wir im Boot spüren überhaupt aussieht.
20160422_081730Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr für uns ganz klar auf dem rudern, aber man darf ja den Weitblick nicht vergessen und da ich im April 2017 mein Examen im
Medizinstudium anstrebe, muss ich dieses Sommersemester noch den Neurologie-Kurs belegen und die Klausur dazu bestehen. Sonst wird das im April nichts. Deshalb durfte ich diese Woche auch ins Krankenhaus, um bei Patienten den Patellrsehnenreflex zu überprüfen und diverse Kopfschmerzen zu befunden. Es ist aber ganz schön sich ab und an mal wieder vor Augen zu führen, dass sich nicht die ganze Welt ums rudern dreht und zur Ablenkung hilft es auch.

In diesem Sinne hoffe ich, dass euch das Wetter keine Kopfschmerzen bereitet 😉

Eure Marchi

 

Eine normale Woche als Steuerfrau

Da diese Woche nun wirklich nichts Spannendes passiert ist, gibt mir das die Möglichkeit, euch mal etwas konkreter zu erzählen, wie meine Woche als Steuerfrau so aussieht.

Montag: Ergo fahren und Lernen haben den Tag voll und ganz ausgefüllt.

Dienstag: Manchmal müssen die Ausleger vom Boot an- oder abgebaut, Dollen ausgetauscht oder einfach ein bisschen Bootspflege betrieben werden. Darum kümmere ich mich, wenn die Mädels Zweier fahren oder Krafttraining machen. Heute auch mit der Hilfe von unserem Trainer Trampas.

Mittwoch: Nach einer Runde Ergo fahren sind wir nach dem Frühstück auch im Achter raus.

Ergo fahren mit Alex und Ronja
Ergo fahren mit Alex und Ronja

Donnerstag: Fahrrad fahren und Lernen für die Uni.

Freitag: Um die Gewichte der Mädels zu überprüfen, gehen alle einmal auf die Waage und dann notiere ich die Gewichte. Nach einer Zweier Einheit dürfen wir bei Sylvia, unsere Aerobic-Lehrerin, noch ein paar fiese aber effektive Bein- und Bauchübungen lernen. Mein Lieblingssport neben dem Rudern, das liegt aber natürlich nur an Sylvi

Bei der Gymnastik
Bei der Gymnastik

Samstag: Da wir genügend Mädels sind, fahren wir mit zwei Achter unsere Belastungen auf dem Wasser. Beim Ablegen ist es noch trocken aber nach zwei Kilometern fängt es an zu schneien. Desto stärker und dichter es schneit, desto schwieriger wird es für mich, die Strecke zu erkennen. Zum Glück kennen wir den Kanal ja ganz gut!!!

Sonntag: Nach zwei Wochen ziemlich harten Trainingsblog gibt es einen Tag mit individuellen Trainingszeiten! Sehr erholsam!

(Es sind natürlich nicht alle Trainingseinheiten notiert! )

Also, bleibt fleißig! Wir sind es…