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Sabaudia, wir kommen

Der Lago di Sabaudia: Nach dem Team Deutschland-Achter wird das Team Frauenachter dort für zwei Wochen sein Trainingslager aufschlagen. Foto: Stefan Weigelt
Der Lago di Sabaudia: Nach dem Team Deutschland-Achter wird das Team Frauenachter dort für zwei Wochen sein Trainingslager aufschlagen. Foto: Stefan Weigelt

Das bereits zweite Trainingslager des Frauenachters in 2014

„Die Saison steht vor der Tür.“ Bundestrainer Thomas Affeldt wirkte kurz vor der Abreise voller Tatendrang, ebenso wie die Ruderinnen aus dem Team Frauenachter. 16 Athletinnen plus Steuerfrau Laura Schwensen heben am heutigen Donnerstag ab Richtung Italien, um für die nächsten Wochen ihr Trainingslager in Sabaudia aufzuschlagen. Nach dem Trainingscamp zum Jahreswechsel in Sevilla ist es bereits zweite intensive Zusammenkunft der Ruderinnen im Hinblick auf die mit Spannung erwartet Saison.

„Wir werden in Sabaudia hauptsächlich im Achter und in den Zweiern trainieren“, sagte Affeldt, der sich bereits gestern auf den Weg gemacht hat. Zusammen mit Bootsmeister Markus Schmitz fährt er den Bootstransport von Dortmund ins knapp 1.600 Kilometer entfernte italienische Küstenstädtchen Sabaudia. Und er hat sich einiges vorgenommen: „Im Herbst und im bisherigen Winter haben wir schon ein gutes Trainingspensum geschafft. Jetzt gilt es, auch diesen Lehrgang zu nutzen: In Sabaudia werden wir wie in Sevilla den Umfang um 20 bis 30 Prozent steigern.“

Diese Ruderinnen sind im Trainingslager in Sabaudia mit den Bord: Ronja Schütte, Julia Lepke, Kathrin Marchand, Constanze Siering, Katrin Reinert, Kerstin Hartmann, Anne Becker, Michaela Schmidt, Miriam Davids, Sara Davids, Charlotte Reinhardt, Alexandra Höffken, Sophie Paul, Ulrike Törpsch, Johanna te Neues, Clara Redetzki und Steuerfrau Laura Schwensen. Das Training leiten Thomas Affeldt und Werner Nowak. Unterstützend dabei sind Gerold Heyden für die Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung sowie die Physiotherapeutin Gudrun Krampe. In den ersten Tagen werden die Trainingseinheiten auch von DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock begleitet.

Mit dabei sind für die ersten neun Tage auch die drei Skullerinnen Carina Bär, Lisa Schmidla und Marlene Sinnig vom Dortmunder Stützpunkt. Sie fliegen dann früher zurück, weil sie am 7. März mit insgesamt neun Skulerinnen nach Australien fliegen, um dort ein Trainingslager mit abschließender Teilnahme am ersten Weltcup der Saison zu bestreiten. Zudem treffen die Ruderinnen in Sabaudia in der ersten Woche auch noch auf die Leichtgewichts-Ruderer des DRV, die parallel ihr Frühjahrs-Trainingslager aufgeschlagen haben. Der Lago di Sabaudia wird also wieder einmal fest in deutscher Hand sein.

Erfolgreiches Trainingslager in Sevilla – Im Februar nach Sabaudia

Thomas Affeldt glaubt an das „Projekt Frauenachter“

Lange Zeit waren sie etwas aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Doch das soll sich bald ändern. Die Rede ist von den Riemen-Ruderinnen aus dem Dortmunder Leistungszentrum, die bei der EM in Sevilla Silber im Zweier und Achter holten und damit für eine gewisse Aufbruchstimmung sorgten. Unter der Leitung von Thomas Affeldt soll es weiter aufwärts gehen. „Natürlich müssen wir kleinere Brötchen backen als die Männer. Aber unser langfristiges Ziel ist die Olympiateilnahme mit dem Achter und dem Zweier ohne 2016 in Rio de Janeiro“, erklärte Bundestrainer Affeldt. Mit im Trainerteam sind noch Werner Nowak als Stützpunkttrainer und Friwi Bücker als U-23-Koordinatior.

Vor gut acht Monaten hat Affeldt das „Entwicklungsprojekt“, wie er die Arbeit mit den Frauen nennt, übernommen. Offiziell ist er verantwortlich für die Riemen-Ruderinnen, arbeitet aber gleichzeitig auch mit einigen der besten deutschen Skullerinnen wie Carina Bär oder Lisa Schmidla zusammen. Etwas kompliziert ist die Aufteilung schon. In Dortmund trainieren tagtäglich circa zwei Drittel der national besten Riemen-Ruderinnen und etwa die Hälfte der starken deutschen Skullerinnen, der Rest verteilt sich auf die anderen Bundesstützpunkte. Zu den gemeinsamen Trainingsmaßnahmen kommen die Skullerinnen meistens in Berlin und der Riemenkader in Dortmund zusammen.

Mit einem Aufgebot von 22 Ruderinnen, zwei Steuerfrauen und zwei weiteren Betreuern reisten Affeldt und Nowak über die Jahreswende ins Trainingslager nach Spanien. Für zwei Wochen ging es nach Sevilla, wo die Dortmunder Gruppe ideale Bedingungen antraf. Sonne pur und nur einen Tag Regen. „Mit etwa 190 km Rudern pro Woche und den zusätzlichen Trainingseinheiten an Land haben wir rund 30 Prozent mehr trainiert als zuhause am Stützpunkt“, so Affeldt: „Ich habe selten so guten Bedingungen in einem Lehrgang vorgefunden. Das Training hat dem Team viel gebracht.“

Die Aufgabe, die sich das Trainerteam gestellt hat, ist alles andere als leicht. Denn im Gegensatz zum erfolgreichen Skull-Bereich lief es bei den Riemen-Ruderinnen bis zum vergangenen Sommer alles andere als wirklich rund. Da holte die junge, neu zusammengestellte Mannschaft zweimal EM-Silber in Sevilla, der erste kleine Höhepunkt eines Neuanfangs. Die Arbeit von Bundestrainer Thomas Affeldt bestand dabei hauptsächlich erst einmal darin, die wenigen leistungsfähigen Athletinnen des Bereichs wieder zusammenzufassen und innerhalb von wenigen Wochen vorzubereiten. Der Nachwuchsbereich konnte bei den U23-Weltmeisterschaften im Zweier Silber und im Achter Bronze erkämpfen, was für die Zukunft hoffen lässt.

Die Ziele sind klar: Aus dem Projekt „Frauenachter“ soll ein personell schlagkräftiger Kader entstehen, der die Olympiaqualifikation 2016 im Achter sowie im Zweier erreicht, und im Skullen geht es dann auch um Medaillen, wie in London 2012. Von ersten Fortschritten lässt sich der 45-jährige Bundestrainer aber nicht blenden. Das sei eine schwierige Aufgabe, ein Prozess über Jahre, solch eine Gruppe aufzubauen und am Ende auch regelmäßig Erfolg zu haben. Der gebürtige Ratzeburger setzt auf Kontinuität und Gruppendynamik, die sich zwischen den Riemenruderinnen und den zurzeit noch „eine Klasse besseren Skullerinnen“ oder auch zwischen dem A-/B-Kadern und dem U23-Bereich abspielt. Am 20. Februar geht’s ins zweite Trainingslager. Diesmal für 14 Tage nach Sabaudia südlich von Rom.

„Wir haben ein ordentliches Kleinboot-Niveau“

Lepke/Schütte siegen bei Dortmunder Langstrecke

„Wir haben ein ordentliches Kleinboot-Niveau erreicht.“ Thomas Affeldt, Trainer des Teams Frauenachter blickt nach der Langstrecke in Dortmund zuversichtlich auf die Saison 2014. Er führte zum großen Teil neue Zweier-Paarungen zusammen, die sich nach etwa fünf-wöchiger Vorbereitung über die sechs-Kilometer-Strecke einen spannenden Wettkampf boten. „Die ersten fünf Zweier kamen innerhalb von 20 Sekunden ins Ziel. Das ist ordentlich“, so der Trainer.

Schnellste waren Julia Lepke und Ronja Schütte. Die Beiden, die bei der WM in Chungju zusammen im Vierer saßen, benötigten 23:45 Minuten für die Strecke auf dem Dortmund-Ems-Kanal. Gefolgt von der Kombination Katrin Reinert/Kerstin Hartmann. Kerstin Hartmann fand wieder mit ihrer alten Partnerin aus Juniorenzeiten, Katrin Reinert, zusammen, nachdem Marlene Sinnig sich dazu entschieden hatte, sich im Skullbereich zu versuchen und mit Langstrecken-Platz sieben auch auf Anhieb den Anschluss schaffte. Reinert, die nach zweijähriger Pause wieder voll im Training steht, und Hartmann waren 2006 zusammen schon Junioren-Weltmeister und U23-Vize-Weltmeister im Zweier.

Dritte bei der Dortmunder Langstrecke wurden die Hallenserinnen Anne Becker und Michaela Schmidt, die genauso als eingefahrene Kombination an den Start gegangen waren wie die Zwillinge Miriam und Sara Davids. Die U23-Vize-Weltmeisterinnen dieses Jahres waren zeitgleich mit Constanze Siering/Kathrin Marchand, die schon 2012 zusammen fuhren, Vierte. Siering ist nach einjähriger Pause zurück im Team, während die Jura-Studentin Lisa Kemmerer wegen der intensiven Vorbereitung auf das Staatsexamen eine Pause einlegt.

Insgesamt zog Thomas Affeldt eine zufriedene Zwischenbilanz: „Wir sind bei unserem Neuaufbau im Team Frauenachter wieder ein paar Schritte vorangekommen. Auch die Tatsache, dass insgesamt 19 Zweier gerade auch mit vielen jungen Sportlerinnen am Start waren, zeigt, dass wir eine verbesserte Nachwuchssituation haben.“ Jetzt gilt es in den Wintermonaten weiter an der Entwicklung der neuen Mannschaft zu arbeiten. Dazu sind zwei Trainingslager geplant: Vom 30. Dezember bis zum 12. Januar geht es ins spanische Sevilla und vom 20. Februar bis zum 7. März steht das zweite Trainingslager in Sabaudia/Italien an.

Zweier ohne Steuerfrau, 6 Kilometer: 1. Ronja Schütte/Julia Lepke 23:45 Minuten, 2. Katrin Reinert/Kerstin Hartmann 23:53, 3. 3. Anne Becker/Michaela Schmidt 23:55, 4. Miriam Davids/Sara Davids und Constanze Siering/Kathrin Marchand 24:05.

Vierer ohne Steuerfrau, 6 Kilometer: 1. Kathrin Marchand/Constanze Siering/Katrin Reinert/Kerstin Hartmann 21:43 Minuten, 2. Ronja Schütte/Julia Lepke/Anne Becker/Michaela Schmidt 21:52, 3. Miriam Davids/Sara Davids/Alex Höffgen/Sophie Paul 22:06.