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Abschied von Sabaudia

Sonntag, 09.03.2014, 8:30 Uhr

Hallo ihr Lieben, heute ist es an mir (Ronja), euch an unserem Trainingsleben teilhaben zu lassen. Ich liege gerade im Bett und genieße es, nicht um 6:10 aufstehen zu müssen, um zur Routine zu tapern und mich wiegen und am Ohr Blut abnehmen zu lassen. Das stand nämlich in Sabaudia noch jeden zweiten Tag auf dem Programm. Das Blut, was uns durch Gerold (unseren Leistungsdiagnostiker), Anna (unsere Leistungdiagnostikerin, die in der ersten Woche dabei war) oder Philip (unserem Doc) am Ohr abgenommen wurde, wurde genutzt, um unseren HK (Hämatokrit) zu bestimmen, damit unser Flüssigkeitshaushalt kontrolliert und ein Gewichtsverlust auch mal durch Wasserverlust erklärt werden kann.

Am Donnerstag haben wir in Sabaudia unsere Zelte abgebrochen, was bei uns Ruderern bedeutet: Boote abbauen (also die Ausleger vom Boot abschrauben), verladen und Räder und anderes Material verstauen. Hierbei halten wir uns alle an Markus (unser Bootsbauer) Kommando.  Er behält immer den Überblick und schafft es noch so viele Boote auf dem Hänger und unglaublich viel Material in Bussen unterzubringen. Ich bin mir sicher, er ist ein Meister in Tetris. Als wir nach der ersten Einheit und dem zweiten Frühstück zum Abbauen unserer Zweier wieder zum Bootsplatz fuhren, wurden wir Zeuge eines etwas gruseligen Trainings. Das Militär hatte nämlich in unserer zweiten Woche in Sabaudia ihr Lager in der Nähe des Bootsplatzes aufgeschlagen und trainiert. An diesem Morgen schwammen also Soldaten durch den Lago di Sabaudia, vor sich ihren Rucksack und darauf ihr Gewehr zum Zielen. Ein wirklich erschreckender Anblick, gerade für mich, die ich mit dem Militär nichts am Hut habe.

Mittwoch sind wir noch mal Strecken im Zweier und mit getauschten Kombinationen gefahren. Das Trainingslager sollte ja auch dazu genutzt werden, um die Zweierkombinationen für die Langstrecke Leipzig und die Kleinbootmeisterschaften in Köln zu finden. Da wir dieses Mal die Strecken nicht an einem halben Tag (nur zwei Einheiten am Vormittag), sondern an einem vollen Tag gefahren sind, wussten wir alle am Abend, was wir getan hatten (nämlich 3x1500m im Zweier, 60 Minuten Fahrrad und 90 Minuten Rudern).

Sonst wurde in der freien Zeit gespielt (Club Cranium oder Wizard), geschlafen oder gelernt. Ich selber habe das Schlafen der Arbeit für die Uni vorgezogen, dabei wollte ich eigentlich im Trainingslager meinen Theorieteil für die im Sommer anstehende Bachelorarbeit schreiben. Meine Müdigkeit war aber einfach stärker, als mein Vorsatz. Es ist, wie ihr seht, nicht immer einfach, die Uni im Trainingsleben zu integrieren. Wobei wir ja auch zwei Klausurenschreiber im Trainingslager hatten. Donnerstag hat Miriam am Vormittag nicht trainiert, sondern Klausur in Kinder- und Jugendpsychologie geschrieben. Ich war froh, dass ich die Klausur schon letztes Jahr geschrieben habe!

Ich wünsche euch allen noch einen schönen SONNtag 🙂 Ich werde jetzt mal aufstehen und ein bisschen rudern gehen 😉

Sabaudia, wir kommen

Der Lago di Sabaudia: Nach dem Team Deutschland-Achter wird das Team Frauenachter dort für zwei Wochen sein Trainingslager aufschlagen. Foto: Stefan Weigelt
Der Lago di Sabaudia: Nach dem Team Deutschland-Achter wird das Team Frauenachter dort für zwei Wochen sein Trainingslager aufschlagen. Foto: Stefan Weigelt

Das bereits zweite Trainingslager des Frauenachters in 2014

„Die Saison steht vor der Tür.“ Bundestrainer Thomas Affeldt wirkte kurz vor der Abreise voller Tatendrang, ebenso wie die Ruderinnen aus dem Team Frauenachter. 16 Athletinnen plus Steuerfrau Laura Schwensen heben am heutigen Donnerstag ab Richtung Italien, um für die nächsten Wochen ihr Trainingslager in Sabaudia aufzuschlagen. Nach dem Trainingscamp zum Jahreswechsel in Sevilla ist es bereits zweite intensive Zusammenkunft der Ruderinnen im Hinblick auf die mit Spannung erwartet Saison.

„Wir werden in Sabaudia hauptsächlich im Achter und in den Zweiern trainieren“, sagte Affeldt, der sich bereits gestern auf den Weg gemacht hat. Zusammen mit Bootsmeister Markus Schmitz fährt er den Bootstransport von Dortmund ins knapp 1.600 Kilometer entfernte italienische Küstenstädtchen Sabaudia. Und er hat sich einiges vorgenommen: „Im Herbst und im bisherigen Winter haben wir schon ein gutes Trainingspensum geschafft. Jetzt gilt es, auch diesen Lehrgang zu nutzen: In Sabaudia werden wir wie in Sevilla den Umfang um 20 bis 30 Prozent steigern.“

Diese Ruderinnen sind im Trainingslager in Sabaudia mit den Bord: Ronja Schütte, Julia Lepke, Kathrin Marchand, Constanze Siering, Katrin Reinert, Kerstin Hartmann, Anne Becker, Michaela Schmidt, Miriam Davids, Sara Davids, Charlotte Reinhardt, Alexandra Höffken, Sophie Paul, Ulrike Törpsch, Johanna te Neues, Clara Redetzki und Steuerfrau Laura Schwensen. Das Training leiten Thomas Affeldt und Werner Nowak. Unterstützend dabei sind Gerold Heyden für die Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung sowie die Physiotherapeutin Gudrun Krampe. In den ersten Tagen werden die Trainingseinheiten auch von DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock begleitet.

Mit dabei sind für die ersten neun Tage auch die drei Skullerinnen Carina Bär, Lisa Schmidla und Marlene Sinnig vom Dortmunder Stützpunkt. Sie fliegen dann früher zurück, weil sie am 7. März mit insgesamt neun Skulerinnen nach Australien fliegen, um dort ein Trainingslager mit abschließender Teilnahme am ersten Weltcup der Saison zu bestreiten. Zudem treffen die Ruderinnen in Sabaudia in der ersten Woche auch noch auf die Leichtgewichts-Ruderer des DRV, die parallel ihr Frühjahrs-Trainingslager aufgeschlagen haben. Der Lago di Sabaudia wird also wieder einmal fest in deutscher Hand sein.

„Wir haben ein ordentliches Kleinboot-Niveau“

Lepke/Schütte siegen bei Dortmunder Langstrecke

„Wir haben ein ordentliches Kleinboot-Niveau erreicht.“ Thomas Affeldt, Trainer des Teams Frauenachter blickt nach der Langstrecke in Dortmund zuversichtlich auf die Saison 2014. Er führte zum großen Teil neue Zweier-Paarungen zusammen, die sich nach etwa fünf-wöchiger Vorbereitung über die sechs-Kilometer-Strecke einen spannenden Wettkampf boten. „Die ersten fünf Zweier kamen innerhalb von 20 Sekunden ins Ziel. Das ist ordentlich“, so der Trainer.

Schnellste waren Julia Lepke und Ronja Schütte. Die Beiden, die bei der WM in Chungju zusammen im Vierer saßen, benötigten 23:45 Minuten für die Strecke auf dem Dortmund-Ems-Kanal. Gefolgt von der Kombination Katrin Reinert/Kerstin Hartmann. Kerstin Hartmann fand wieder mit ihrer alten Partnerin aus Juniorenzeiten, Katrin Reinert, zusammen, nachdem Marlene Sinnig sich dazu entschieden hatte, sich im Skullbereich zu versuchen und mit Langstrecken-Platz sieben auch auf Anhieb den Anschluss schaffte. Reinert, die nach zweijähriger Pause wieder voll im Training steht, und Hartmann waren 2006 zusammen schon Junioren-Weltmeister und U23-Vize-Weltmeister im Zweier.

Dritte bei der Dortmunder Langstrecke wurden die Hallenserinnen Anne Becker und Michaela Schmidt, die genauso als eingefahrene Kombination an den Start gegangen waren wie die Zwillinge Miriam und Sara Davids. Die U23-Vize-Weltmeisterinnen dieses Jahres waren zeitgleich mit Constanze Siering/Kathrin Marchand, die schon 2012 zusammen fuhren, Vierte. Siering ist nach einjähriger Pause zurück im Team, während die Jura-Studentin Lisa Kemmerer wegen der intensiven Vorbereitung auf das Staatsexamen eine Pause einlegt.

Insgesamt zog Thomas Affeldt eine zufriedene Zwischenbilanz: „Wir sind bei unserem Neuaufbau im Team Frauenachter wieder ein paar Schritte vorangekommen. Auch die Tatsache, dass insgesamt 19 Zweier gerade auch mit vielen jungen Sportlerinnen am Start waren, zeigt, dass wir eine verbesserte Nachwuchssituation haben.“ Jetzt gilt es in den Wintermonaten weiter an der Entwicklung der neuen Mannschaft zu arbeiten. Dazu sind zwei Trainingslager geplant: Vom 30. Dezember bis zum 12. Januar geht es ins spanische Sevilla und vom 20. Februar bis zum 7. März steht das zweite Trainingslager in Sabaudia/Italien an.

Zweier ohne Steuerfrau, 6 Kilometer: 1. Ronja Schütte/Julia Lepke 23:45 Minuten, 2. Katrin Reinert/Kerstin Hartmann 23:53, 3. 3. Anne Becker/Michaela Schmidt 23:55, 4. Miriam Davids/Sara Davids und Constanze Siering/Kathrin Marchand 24:05.

Vierer ohne Steuerfrau, 6 Kilometer: 1. Kathrin Marchand/Constanze Siering/Katrin Reinert/Kerstin Hartmann 21:43 Minuten, 2. Ronja Schütte/Julia Lepke/Anne Becker/Michaela Schmidt 21:52, 3. Miriam Davids/Sara Davids/Alex Höffgen/Sophie Paul 22:06.