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Erfolgreiches Trainingslager in Sevilla – Im Februar nach Sabaudia

Thomas Affeldt glaubt an das „Projekt Frauenachter“

Lange Zeit waren sie etwas aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Doch das soll sich bald ändern. Die Rede ist von den Riemen-Ruderinnen aus dem Dortmunder Leistungszentrum, die bei der EM in Sevilla Silber im Zweier und Achter holten und damit für eine gewisse Aufbruchstimmung sorgten. Unter der Leitung von Thomas Affeldt soll es weiter aufwärts gehen. „Natürlich müssen wir kleinere Brötchen backen als die Männer. Aber unser langfristiges Ziel ist die Olympiateilnahme mit dem Achter und dem Zweier ohne 2016 in Rio de Janeiro“, erklärte Bundestrainer Affeldt. Mit im Trainerteam sind noch Werner Nowak als Stützpunkttrainer und Friwi Bücker als U-23-Koordinatior.

Vor gut acht Monaten hat Affeldt das „Entwicklungsprojekt“, wie er die Arbeit mit den Frauen nennt, übernommen. Offiziell ist er verantwortlich für die Riemen-Ruderinnen, arbeitet aber gleichzeitig auch mit einigen der besten deutschen Skullerinnen wie Carina Bär oder Lisa Schmidla zusammen. Etwas kompliziert ist die Aufteilung schon. In Dortmund trainieren tagtäglich circa zwei Drittel der national besten Riemen-Ruderinnen und etwa die Hälfte der starken deutschen Skullerinnen, der Rest verteilt sich auf die anderen Bundesstützpunkte. Zu den gemeinsamen Trainingsmaßnahmen kommen die Skullerinnen meistens in Berlin und der Riemenkader in Dortmund zusammen.

Mit einem Aufgebot von 22 Ruderinnen, zwei Steuerfrauen und zwei weiteren Betreuern reisten Affeldt und Nowak über die Jahreswende ins Trainingslager nach Spanien. Für zwei Wochen ging es nach Sevilla, wo die Dortmunder Gruppe ideale Bedingungen antraf. Sonne pur und nur einen Tag Regen. „Mit etwa 190 km Rudern pro Woche und den zusätzlichen Trainingseinheiten an Land haben wir rund 30 Prozent mehr trainiert als zuhause am Stützpunkt“, so Affeldt: „Ich habe selten so guten Bedingungen in einem Lehrgang vorgefunden. Das Training hat dem Team viel gebracht.“

Die Aufgabe, die sich das Trainerteam gestellt hat, ist alles andere als leicht. Denn im Gegensatz zum erfolgreichen Skull-Bereich lief es bei den Riemen-Ruderinnen bis zum vergangenen Sommer alles andere als wirklich rund. Da holte die junge, neu zusammengestellte Mannschaft zweimal EM-Silber in Sevilla, der erste kleine Höhepunkt eines Neuanfangs. Die Arbeit von Bundestrainer Thomas Affeldt bestand dabei hauptsächlich erst einmal darin, die wenigen leistungsfähigen Athletinnen des Bereichs wieder zusammenzufassen und innerhalb von wenigen Wochen vorzubereiten. Der Nachwuchsbereich konnte bei den U23-Weltmeisterschaften im Zweier Silber und im Achter Bronze erkämpfen, was für die Zukunft hoffen lässt.

Die Ziele sind klar: Aus dem Projekt „Frauenachter“ soll ein personell schlagkräftiger Kader entstehen, der die Olympiaqualifikation 2016 im Achter sowie im Zweier erreicht, und im Skullen geht es dann auch um Medaillen, wie in London 2012. Von ersten Fortschritten lässt sich der 45-jährige Bundestrainer aber nicht blenden. Das sei eine schwierige Aufgabe, ein Prozess über Jahre, solch eine Gruppe aufzubauen und am Ende auch regelmäßig Erfolg zu haben. Der gebürtige Ratzeburger setzt auf Kontinuität und Gruppendynamik, die sich zwischen den Riemenruderinnen und den zurzeit noch „eine Klasse besseren Skullerinnen“ oder auch zwischen dem A-/B-Kadern und dem U23-Bereich abspielt. Am 20. Februar geht’s ins zweite Trainingslager. Diesmal für 14 Tage nach Sabaudia südlich von Rom.