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Letzte nationale Standortbestimmung in München

Nach einigen Wochenenden mit Training und Regatten in Zweier, Vierer und Achter wurden am vergangenen Wochenende die Boote benannt, die sich ab dem 21. Juni in München einfinden, um bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften U23 an den Start zu gehen. (Infos zur DM)

Direkt im Anschluss geht es dann für die Nationalmannschaft, die am Samstag, den 24. Juni, endgültig nominiert wird, ins Vorbereitungstrainingslager nach Ratzeburg, wo den Mannschaften der letzte Feinschliff verliehen wird.

 

Wenn Träume wahr werden

Hallo ihr Lieben!

Diese Woche ist wohl eine der spannendsten seit sehr langer Zeit.

Ich kann mich noch gut an die Abschlussfeier der olympischen Spiele in London erinnern, als uns am Ende ein paar brasilianische Tänzer auf die Spiele in Rio 2016 eingestimmt haben. Damals habe ich noch gar nicht daran gedacht, ob ich dann überhaupt noch rudern werde, ob ich es dann ins Team schaffe. Wie mein Leben in 4 Jahren aussieht konnte ich mir noch nicht vorstellen, weil es in diesem Moment noch nicht wichtig war.

Seitdem hat sich einiges geändert. Mit jeder Trainingseinheit wusste ich immer mehr, dass ich es nach Rio schaffen will. Den Entschluss bis Rio weiterzumachen hatte ich also relativ schnell gefasst und da ich keine halben Sachen mache habe ich allen Ehrgeiz ins rudern gesteckt. Das hat mich selbst zwar auch einiges an Nerven gekostet aber Leistung geht nicht immer nur bergauf, man muss leider auch die Rückschläge in Kauf nehmen. Jetzt will ich hier aber keinen Revue-Blog schreiben, sondern berichten, was ich in dieser Woche erlebt habe.

Vor dem Abflug am Donnerstag blieben mir zwei schöne Tage zu Hause mit meiner Familie. Ein paar Freunde und meine Cousine mit Familie kamen einen Abend zum grillen vorbei und ich schaffte es ganz gut nochmal abzu

schalten und den Gedanken, dass etwas großes bevorsteht etwas wegzuschieben. Es tut immer gut, zwischen all den Trainingslagern und Wettkämpfen wieder etwas Erdung zu bekommen und sich über die alltäglichen Dinge des Lebens zu unterhalten. Wir leben zur Zeit so sehr in unserer eigenen Blase, dass man sehr schnell vergisst, dass der Sport nicht alles im Leben ist und dass es Sachen gibt, die mindestens genauso wichtig sind, auch wenn sie für mich derzeit sehr fern erscheinen.
Ich muss zugeben, dass ich die Nacht vor dem Flug nur sehr schlecht geschlafen habe. Immer wieder kam der Gedanke auf, dass morgen endlich der Tag ist, auf den wir so lange hingearbeitet haben. 4 Jahre lang haben wir alles getan, viele wichtige Menschen in unserem Leben mussten zurückstecken, außerruderische Freizeitaktivitäten wurden in den letzten Monaten immer weniger und wie ein Klub von innen aussieht weiß ich schon lange nicht mehr. Am morgigen Tag durften wir endlich die Reise antreten, die wir uns verdient haben. Ich musste an das Quali-Rennen auf der WM in Frankreich denken. 2sec langsamer und wir hätten es nicht geschafft. Überhaupt auf der WM im Zweier zu sitzen war nach dem Fahrradunfall zuvor schon ein Erfolg. Dann der ganze Winter. Jeden Tag bin ich aufgewacht und wollte es mir immer weniger nehmen lassen, am Ende nicht nur den Zweier qualifiziert zu haben, sondern auch drinzusitzen. Mit jedem Tag wurde der Wille stärker aber mit jedem Tag rückte auch das nationale Ausscheidungsrennen näher und die Nervosität stieg. Im Februar war dann klar, dass Kerstin und ich für den Zweier vorgeschlagen werden würden und das erste Ziel war erreicht. Da fiel mir ein großer Stein vom Herzen, denn jetzt konnten wir ‚entspannt‘ auf das nächste Ziel hinarbeiten: Olympisches Finale! Und morgen sollte der Tag kommen, an dem die Reise beginnt und wir zeigen können, was wir uns erarbeitet haben. Ich war voller Vorfreude.

Meine Eltern haben mich zum Bahnhof gefahren, von wo aus wir dann mit einem Teil der Mannschaft nach Frankfurt gefahren sind. Es sah schon schön aus, alle Mann und Frau einheitlich in derEinkleidung von Adidas.

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Etwas eng am Reck aber alles machbar

Am Flughafen angekommen bekam man dann immer mehr das Gefühl, dass jetzt etwas besonderes beginnt. Unser Gepäck haben wir an einem Sonderschalter abgegeben und im Flieger begrüßte der Kapitän die Olympiamannschaft. Nach einer kurzen Nacht sind wir auch pünktlich in Rio gelandet, von wo aus wir dann per Rio-Shuttle ins Dorf gebracht wurden. Aus London wusste ich ja schon ungefähr, was mich erwartet, aber dass es so gigantisch sein würde hätte ich nicht gedacht. An die 30 Hochhäuser mit jeweils 18 Stockwerken, in der Mitte ein Park mit Sportplätzen, Pool und Grünflächen, außenrum die Mensa, Krankenstation, Village Plaza, das NOC Büro, Athletes Area und ein unfassbar großer Fitnessraum. Die Eindrücke prasselten nur so auf uns ein und es hat mehr als einen Tag gedauert, bis wir wieder auf Betriebstemperatur waren und ein wenig Routine reinkam. Die nächste Zeit wird also viel Zeit für die kleinen Dinge des Lebens draufgehen. Zur Mensa läuft man 5-10min, die ‚Essensuche‘ dauert auf Grund der Größe weitere 10min, die Fahrt zur Strecke je nach Verkehr 50-70′. In den nächsten Tagen werden wir uns noch einen besseren Überblick über das Dorf verschaffen aber das dauert wohl ein paar Spaziergänge, bis man sich hier top auskennt.

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Blick aus dem Zimmer bei Nacht

In der restlichen Zeit, die uns bleibt versuchen Kerstin und ich etwas abzuschalten, die Eindrücke zu verarbeiten und die Spiele zu genießen, aber auch konzentriert zu bleiben, denn jetzt geht es erst richtig los. Das Ziel, worauf wir viele Jahre lang hingearbeitet haben liegt jetzt unmittelbar vor uns und wir wollen bis zum letzten Meter Gas geben, um dann am Ende voll zufrieden sein zu können.

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Blick auf die Sportplätze vom Zimmer aus

Was am Ende rauskommt kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich weiß aber, dass wir bis jetzt immer konzentriert gearbeitet haben und die nötigen 100% investiert haben. Auch weiß ich, dass das letzte Jahr mir trotz oder gerade wegen all der Anspannung und Nervosität zwischendurch so viel Spaß gemacht hat, dass ich nichts bereue und es auf jeden Fall damals die richtige Entscheidung gewesen war so viel zu investieren. Wir haben jetzt noch ein paar Tage Zeit bis wir dann endlich den Stöpsel ziehen und den Wasserfall ablassen! Wat muss dat muss.

Eure Marchi

Ausblick: Deutsche Junioren-/Jahrgangsmeisterschaften U17 und U23

Vom kommenden Donnerstag bis Sonntag (23.-26.06.) finden in Hamburg neben den Deutschen Juniorenmeisterschaften die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der U17 und U23 statt. Ursprünglich sollten die Nachwuchs-Titelkämpfe in Essen auf dem Baldeneysee stattfinden, der jedoch von einer massiven Verkrautung befallen ist, und somit für ihre Austragung nicht mehr in Frage kommt. Die Hansestadt sprang jedoch kurzfristig ein und bietet insgesamt 616 gemeldeten Booten und ihren Athlet/innen unter anderem die Chance sich für den Saisonhöhepunkt, die U19- und U23-Weltmeisterschaften in Rotterdam/Niederlande (21.-28.08.), zu qualifizieren. Die Titelkämpfe beginnen am Donnerstag mit den Vorläufen, gehen am Freitag über die Hoffnungsläufe über die Semi-Finals und erste Endläufe bis zu den großen Finals am Sonntag.  Für den U23- Frauen Riemenbereich geht es wiederum im Zweier Ohne, Vierer Ohne und Achter zur Sache.

Frauen Zweier Ohne

Da für das Rennen des Frauen Zweier Ohne nur 4 Boote gemeldet sind, findet am Freitag um 11:10Uhr ein Bahnverteilungsrennen satt, das Finale wiederum startet am Samstag um 11:03Uhr. Frauke Hacker (Rostock)/ Leah Labudde (Greifswald), die seit Herbst immer wieder gute Leistungen zeigen, werden unter anderem von Anna Brendel (Minden)/Pia Greiten (Osnabrück) herausgefordert und müssen sich erneut beweisen. Der Sieger des Finals wird den DRV in dieser Bootsklasse auf den U23- Weltmeisterschaften in Rotterdam Ende August vertreten.

Frauen Vierer Ohne

Auch im Vierer-Ohne finden nur ein Bahnverteilungsrennen sowie ein Finale statt. Der Start des Bahnverteilungsrennens ist am Freitag um 14:00Uhr, der des Finals am Samstag um 13:52Uhr. Hier müssen sich die Anwärterinnen auf den U23-Achter sowie die auf den Vierer-Ohne unter Beweis stellen und ihrer möglichen Favoritenrolle gerecht werden. Die an den Start gehenden Kombinationen ergeben sich aus den Ranglisten im Kleinboot sowie aus den Ergebnissen der Internationalen Regatta in Ratzeburg. Ob Sophie Oksche (Ingolstadt)/Carolin Dold (Greifswald)/ Laura Prieß (Rostock)/ Elisaveta Sokolkova (Lauingen) den Angriffen von unter anderem Friederike Reißig (Mainz)/Sina Kühne (Dresden)/Alyssa Meyer (Berlin)/Stella Bleich (Potsdam) stand halten können ist mit Spannung zu erwarten.

Frauen Achter

Nach getaner Arbeit im Vierer Ohne kommt es zum Finalen Showdown im Achter. Start ist am Sonntag um 17:05. Allen Riemerinnen wird die Chance gegeben sich im Großboot unter Beweis zu stellen und es bleibt spannend, ob sich der gesetzte Achter dieses Mal im ersten- und einzigen- Rennen durchsetzen kann.

Am Samstag und Sonntag gibt es einen Live-Stream auf dem von 8:45 bis 17:45 unter folgendem Link die Rennen verfolgt werden können:

http://sportdeutschland.tv/rudern/deutsche-juniorenmeisterschaften-hamburg

Die Liveergebnisse lassen sich unter diesem Link finden:

http://www.stoebehh.de/Hamburg/Ergebnisse.htm

Wir freuen uns auf spannende Titelkämpfe!

Der dritte Weltcup steht vor der Tür

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So wie im Trainingslager, nur die Positionen sind vertauscht

Nach der Qualifikationsregatta in Luzern war ich lange erkältet und musste eine Trainingspause einlegen. Erst in dieser Woche bin ich wieder richtig ins Training eingestiegen. Die verpasste Quali rückt immer weiter in den Hintergrund, auch wenn ich immer noch traurig bin, dass die olympische Saison für uns schon so früh vorbei ist und wir nicht mit nach Rio fahren dürfen.

Aber ich freue mich auch auf den Vierer, den wir schon am nächsten Wochenende auf dem dritten Weltcup in Poznan fahren wollen. Da der Weltcup die einzige Möglichkeit ist noch eine Regatta vor der WM zu fahren, haben wir diese Woche intensiv genutzt, um unseren Vierer einzufahren. Mit drei Gegenmeldungen (Weißrussland 1&2, Italien) kommt das Rennen auch zum Glück zustande und wir können gegen mögliche WM Gegner fahren.
Auf der Steuerbordseite haben wir mehrere Möglichkeiten ausprobiert, weil Clara die Chance bekommen hat sich für den Vierer zu qualifizieren. Am Freitag hat sich Ralf, nach mehreren Trainingseinheiten, dazu entschieden mit Lea auf Schlag, Melli, mir und Charly im Bug den Vierer zum Weltcup zu fahren, da die Kombination momentan die schnellere ist.

Samstag und Sonntag standen für uns die ersten Strecken auf dem Trainingsplan. Das Bootsgefühl im Vierer ist ganz anders als im Achter und dementsprechend muss ich mich noch ein bisschen wieder daran gewöhnen. Aber es hat mir viel Spaß gemacht und wir gehen die nächste Woche mit einem ganz guten Gefühl an. Nach den vielen Vierereinheiten in dieser Woche hatten wir am Sonntag nach der ersten Einheit und den gesamten Montag trainingsfrei. Die Erholungszeit vor der Regatta tut mir auf jeden Fall gut und am Dienstag treffen wir uns schon wieder zum Vierertraining.

Neben dem Training war ich die letzten zwei Wochen wieder deutlich öfter in der Uni und nutze die Zeit neben dem Training für mein Studium. Vor der Quali hatten wir so viele Trainingslager und Lehrgänge, dass die Uni etwas zu kurz gekommen ist. Ich versuche für den Rest des Sommersemesters wieder ein bisschen reinzukommen und das ein oder andere Modul abzuschließen. Ich genieße auf jeden Fall auch die (ruderfreie) Zeit mit meinen Kommilitonen.

Liebe Grüße eure Alex

Internationale Ratzeburger Ruderregatta

Internationale Ratzeburger Ruderregatta / Bildung U23 Nationalmannschaft

Den letzten Schliff vor den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften holte sich der U23-Nachwuchs dieses Wochenende auf der 57. Internationalen Ratzeburger Ruderregatta, die dort traditionell auf dem Küchensee stattfand. Bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein griffen die Damen hauptsächlich in Vierern und Achtern in das Renngeschehen ein und brachten in wechselnden Kombinationen den Küchensee zum kochen. Einen guten Start erwischte am Samstag der Vierer in der Besetzung Baloghy/Cosack/Stöhner und Spanke, die sich gegen die internationale Konkurrenz aus Frankreich und Polen mit einem Start-Ziel-Sieg durchsetzen konnte. Im Zweier Ohne siegte die Kombination Labudde/Hacker, die sich bereits im Herbst auf der Langstrecke in Dortmund in den A-Bereich hinein gerudert hatten, souverän sowohl im Vorlauf als auch im darauffolgenden Finale. Den zweiten Rang erruderte sich die Kombination Wesselmann/Beckendorff, die im Vorlauf noch hinter den drittplatzierten des Tages Schanze/Bliemel landete. Im Achter sorgte unter anderem ein verbogenes Schwert für eine knappe Niederlage des favorisierten Achters. Die Besetzung Dold/Prieß/Sokolkova/Oksche/Meyer/Kühne/Reißig/Bleich/St. Hillemann musste sich mit 2sec dem zweiten Auswahlachter geschlagen geben; schwor sich jedoch für das Rennen am nächsten Tag mehr Mut und Kampfgeist, sowie ein intaktes Schwert. Am Sonntag war das Vierer Feld gefüllter und wurde im Ziel von der Kombination Taeuber/Barz/Wesselmann/Beckendorff angeführt. Zwei Sekunden dahinter kamen Lange/Meyer/Kühne/Kirstein über die Ziellinie. Im Zweier Ohne gewannen Labudde/Hacker wie am Tag zuvor sehr deutlich vor Schanze/Bliemel und einer Kombination aus Frankreich. Nach Umbesetzungen beider Mannschaften konnte der favorisierte Achter in der Besetzung Dold/Oksche/Sokolkova/Bleich/Brendel/Greiten/Reißig/Prieß/St. Hillemann seiner Rolle gerecht werden und siegte mit einem Vorsprung von 7sec vor dem zweiten Auswahlboot und weiteren 19sec vor einem polnischen Boot.

In 3 Wochen finden die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Hamburg statt, welche ursprünglich in Essen auf dem Baldeneysee ausgetragen werden sollten, jedoch wegen starker Algen und Wasserpflanzen abgesagt werden mussten. Die Regatta dient dem Deutschen Ruderverband als Nominierungswettkampf für die U23-Nationalmannschaft. Es werden spannende Rennen um die begehrten Tickets für die WM Ende August in Rotterdam erwartet. Bis dahin heißt es für alle Athleten: „Gesund bleiben!“.