Archiv der Kategorie: Achter mit Steuerfrau

Internationale Ratzeburger Ruderregatta

Internationale Ratzeburger Ruderregatta / Bildung U23 Nationalmannschaft

Den letzten Schliff vor den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften holte sich der U23-Nachwuchs dieses Wochenende auf der 57. Internationalen Ratzeburger Ruderregatta, die dort traditionell auf dem Küchensee stattfand. Bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein griffen die Damen hauptsächlich in Vierern und Achtern in das Renngeschehen ein und brachten in wechselnden Kombinationen den Küchensee zum kochen. Einen guten Start erwischte am Samstag der Vierer in der Besetzung Baloghy/Cosack/Stöhner und Spanke, die sich gegen die internationale Konkurrenz aus Frankreich und Polen mit einem Start-Ziel-Sieg durchsetzen konnte. Im Zweier Ohne siegte die Kombination Labudde/Hacker, die sich bereits im Herbst auf der Langstrecke in Dortmund in den A-Bereich hinein gerudert hatten, souverän sowohl im Vorlauf als auch im darauffolgenden Finale. Den zweiten Rang erruderte sich die Kombination Wesselmann/Beckendorff, die im Vorlauf noch hinter den drittplatzierten des Tages Schanze/Bliemel landete. Im Achter sorgte unter anderem ein verbogenes Schwert für eine knappe Niederlage des favorisierten Achters. Die Besetzung Dold/Prieß/Sokolkova/Oksche/Meyer/Kühne/Reißig/Bleich/St. Hillemann musste sich mit 2sec dem zweiten Auswahlachter geschlagen geben; schwor sich jedoch für das Rennen am nächsten Tag mehr Mut und Kampfgeist, sowie ein intaktes Schwert. Am Sonntag war das Vierer Feld gefüllter und wurde im Ziel von der Kombination Taeuber/Barz/Wesselmann/Beckendorff angeführt. Zwei Sekunden dahinter kamen Lange/Meyer/Kühne/Kirstein über die Ziellinie. Im Zweier Ohne gewannen Labudde/Hacker wie am Tag zuvor sehr deutlich vor Schanze/Bliemel und einer Kombination aus Frankreich. Nach Umbesetzungen beider Mannschaften konnte der favorisierte Achter in der Besetzung Dold/Oksche/Sokolkova/Bleich/Brendel/Greiten/Reißig/Prieß/St. Hillemann seiner Rolle gerecht werden und siegte mit einem Vorsprung von 7sec vor dem zweiten Auswahlboot und weiteren 19sec vor einem polnischen Boot.

In 3 Wochen finden die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Hamburg statt, welche ursprünglich in Essen auf dem Baldeneysee ausgetragen werden sollten, jedoch wegen starker Algen und Wasserpflanzen abgesagt werden mussten. Die Regatta dient dem Deutschen Ruderverband als Nominierungswettkampf für die U23-Nationalmannschaft. Es werden spannende Rennen um die begehrten Tickets für die WM Ende August in Rotterdam erwartet. Bis dahin heißt es für alle Athleten: „Gesund bleiben!“.

Achter verpasst Olympiaqualifikation / Weltcup in Luzern

Der Frauenachter hat die Qualifikation für die olympischen Spiele nicht geschafft. Nach einem sehr guten Start im Finalrennen konnte das deutsche Boot zuerst mit den Gegnern aus Rumänien, den Niederlanden, Australien und China mithalten. Ab der Streckenhälfte jedoch konnte das deutsche Team das Tempo der anderen nicht mehr mitfahren und musste sich im Ziel mit einem deutlichen Rückstand und dem 5. Platz abfinden. Nur die ersten beiden Plätze sicherten sich ein Ticket für Olympia in Rio.

Weltcup Luzern

Der qualifizierte Zweier ohne Steuerfrau mit Kathrin Marchand und Kerstin Hartmann musste sich am Wochenende fast der gesamten Konkurrenz stellen, die auch in Rio am Start sein wird. Einzig Rumänien und die nachqualifizierten Boote Spanien, Italien und Polen waren nicht gemeldet.
Im Vorlauf konnten sich Hartmann/Marchand durch einen mutigen Rennangang den zweiten Platz hinter den Olympiasiegern aus Großbritannien sichern und den WM-Vierten Dänemark in den Hoffnungslauf schicken.

Im Halbfinale allerdings fehlte es auf der Strecke noch etwas an Tempo, so dass sich die ihrerseits hier gut gefahrenen Dänen den dritten Platz hinter USA und Neuseeland sichern konnten. Der deutsche Zweier verpasste das A-Finale und musste am Sonntag im B-Finale antreten. Hier traf man auf bekannte Gegner aus Frankreich, Kanada, China und den britischen Ersatz-Zweier. Die Franzosen und Kanadier starteten mutig, konnten Hartmann/Marchand aber auf der zweiten Streckenhälfte nichts mehr entgegensetzen, so dass das deutsche Duo mit einem Sieg im B-Finale und insgesamt Platz 7 die Regatta beendete.

„Die Regatta ist für uns ok gelaufen. Es ist ärgerlich, dass wir die Dänen im Halbfinale nicht nochmal schlagen konnten und es so nicht ins A-Finale geschafft haben. Für Poznan wissen wir, welche Schwächen wir eliminieren müssen. Wir wissen aber auch, dass wir gut losfahren können und dass das A-Finale in Rio durchaus in Reichweite ist.“ Kommentierte Kathrin Marchand den Weltcup.

photo credit: worldrowing.com /Detlev Seyb

Hartmann/Marchand sind Vize-Europameister

Bei der Europameisterschaft am vergangenen Wochenende in Brandenburg konnte sich der deutsche Frauen-Zweier mit Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand die Silbermedaille hinter dem Olympiasieger aus Großbritannien sichern. In einem fulminanten Rennen mit widrigen Seitenwindbedingungen konnten sie bis zur Streckenhälfte auf Tuchfühlung mit den Olympiasiegern gehen und sich auch danach vom Rest des Feldes absetzen. Die Silbermedaille ist ein starkes Zeichen für die Entwicklung des deutschen Frauen-Riemenruderns.

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Auch der Achter stellte sich den Bedingungen und konnte trotz krankheitsbedingter Ausfälle einen guten Eindruck hinterlassen. Am Ende war es der 5. Platz, dicht gefolgt hinter dem Boot aus Rumänien. Mit positiv bewerteten Rennen befindet sich der deutsche Frauenachter auf einem guten Weg Richtung Olympianachqualifikation am 24. Mai 2016 in Luzern gegen Niederlande, Rumänien, Austrlaien und China. Dort sichern sich die ersten beiden Plätze einen Startplatz bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

 

Fotos: rudern.de

Großereignis Heim-EM

Vergangene Woche durften wir etwas erleben, was nicht jedem Leistungssportler in seiner aktiven Laufbahn vergönnt ist – die Teilnahme an einem Großereignis im eigenen Land. In unserem Fall die diesjährige Rudereuropameisterschaft in Brandenburg an der Havel. Ob wir bei diesem Wettkampf den Heimvorteil ausspielen könnten war zu Beginn der Woche allerdings noch dahingestellt.

 

Wir begannen die Woche wie wir die vorangehende beendet hatten. Gestärkt von einem großartigen Spieleabend am Sonntagabend zu dem Charlotte (Position 5) uns alle eigeladen hatte (um eine optimale Wettkampfvorbereitung zu generieren verblieben diesmal auch die nicht in Dortmund wohnenden Athleten am Stützpunkt), saßen wir Montagmorgen alle zusammen wieder im 8+. Vor einem Wettkampf werden die Einheiten immer kürzer, dafür umso konzentrierter und mit mehr schnellen Schlägen bestückt, sodass wir fit und frisch am Mittwoch nach Brandenburg anreisten.

 

Die dortige Strecke ist uns allen mehr als gut bekannt. Ich selbst erinnere mich gern an meine erste Teilnahme an den Deutschen Jugendmeisterschaften 2007 im Einer oder an mein erstes A-Finale im Zweier ohne Steuerfrau, welches ich dort im letzten Jahr errudert hatte. Jetzt also Europameisterschaften im Frauenachter.

 

Leider musste Charlotte erst einmal krankheitsbedingt aussetzten, sodass Jule ihren Platz in den Trainingseinheiten und sogar in den ersten beiden Rennen einnahm. Dies brachte uns aber gar nicht aus der Ruhe. Da wir die meiste Zeit sowieso alle zusammen trainieren und Jule ja bereits auch den Worldcup in Varese im Achter gerudert war, harmonierte alles wie gehabt und sollte uns nicht hindern unser Bestes zu geben.

 

Auf den Achter aus Rumänien legten wir im Vorlauf besonderen Augenmerk, da wir beim alles entscheidenden Olympiaqualifikations-Rennen in zwei Wochen auch gegen dieses Team antreten. Nach einem dem starken Seitenwind geschuldeten etwas holprigen Start kamen wir aber sehr gut in Tritt und konnten bis über die Streckenhälfte hinaus gut mit Rumänien mithalten und beendeten das Rennen hinter Großbritannien und Rumänien auf Rang drei. Spätestens nach diesem Rennen war uns klar, dass Rumänien nicht unbezwingbar sei und dass wir sie im Hoffnungslauf am nächsten Tag noch weiter bedrängen wollten. Leider ging diese Rechnung nicht ganz auf. Merke, schlimmer geht immer, und so viel es uns im Hoffnungslauf wesentlich schwerer mit den noch widrigeren Bedingungen zu Recht zu kommen. Abhaken, das Finale erreichten wir trotzdem mit Platz drei und so bot sich am Sonntag unsere nächste Chance. Mit Charlotte wieder an Bord wollten wir diese auch nutzen und vor der Olympiaqualifikation in zwei Wochen noch einmal ein Ausrufezeichen setzten. Ein Ausrufezeichen setzte erst einmal der strenge Seitenwind, weshalb sogar alle Rennen eine Stunde vorgezogen wurden. Am Start auf der Bahn ganz unter Land wurden uns sogar von den „worldrowing“-Kommentatoren die geringsten Chancen zugesprochen. Nichts desto Trotz starteten wir mit dem Willen allen Widrigkeiten zu trotzen und mit Hinblick auf die Olympiaqualifikation ein starkes Rennen abzuliefern. Entschlossen ließen wir uns von Nichts aus der Ruhe bringen. Kein Hängenbleiben und keine Wasserfontänen konnten uns von unserem Rhythmus abbringen, sodass wir diesmal noch länger als im Vorlauf Level um Level mit den Rumäninnen mithielten. Wir erkannten unsere Chance und wollten unbedingt am Boot neben uns vorbei nur leider kamen wir erneut nicht komplett vorbei und auf den letzten Metern fuhren uns die Rumäninnen sogar noch einmal davon. Den Grund dafür werden wir sobald wir wieder in Dortmund zusammen kommen genau analysieren damit es in zwei Wochen nicht erneut für den Gegner aus dem Osten ausgeht. Am Ende erreichten wir Platz fünf hinter dem Sieger aus Großbritannien, den Niederlanden, Russland und eben Rumänien. Hinter uns blieben Weißrussland und die Ukraine, welche bereits im Hoffnungslauf ausschied.

Großartig war wie erwartet die Stimmung an der Regattastrecke. Ich weiß nicht ob ich jemals unter so lauten Anfeuerungen die letzten 250 Meter eines Rennens fahren durfte. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die nach Brandenburg gereist sind um unser Team lautstark zu unterstützen. Außerdem ein großes Dankeschön an alle, die die Leistungen unseres Teams möglich machen. Physios und Ärtze aber auch vor allem die Unterstützung von unseren Familien und Freunden, von welchen auch viele vor Ort waren, macht dieses Projekt erst möglich.

 

Zusätzlich zu Rumänien werden wir am 24. Mai um 18.00 gegen die Niederlande und die bislang unbekannten Boote aus China und Australien antreten. Die beiden ersten Boote, die die Ziellinie überqueren, gewinnen ein Ticket zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und glaubt mir … wir werden diese Woche im Training und in diesem besonderen Rennen alles daran geben eines dieser Tickets zu ergattern. Also, wünscht uns Glück!

 

Eure Lea

 

Foto: rudern.de

Welt Cup Varese

Der erste Vergleich mit der internationalen Konkurrenz im olympischen Jahr.

Zu Beginn der Woche standen noch zwei Tage Heimtraining an. Diese nutzen  wir zur Regeneration nach dem Streckenfahren in Köln.

Am Mittwoch ging es dann nun endlich los. Alle stiegen in den Flieger und trafen sich in Varese(Italien). Dort angekommen stand alles unter dem  Motto:  „April, April, der macht was er will.“ Denn zum Abladen und Anbauen der Boote fing es in Strömen an zu regnen. Zum Glück hielt es nicht altzulange an und wir hatten zum Rudern nur noch das Wasser von unten.

Der Donnerstag diente allen noch als Trainingstag. Früh eine Einheit und nachmittags eine Einheit. Varese zeigte sich von seiner schönsten Seite. Strahlend blauer Himmel, glattes Wasser und eine wahnsinnige Aussicht auf die Berge. Da macht das Training gleich doppelt so viel Spaß.

Freitag ging es für Marchi und Kerstin im Zweier das erste Mal an den Start, während der Achter noch einen Tag zum trainieren hatte. Die Gegner waren Russland 1, Polen, Serbien 2, Irland und Russland 2.

Das Startsignal ging von rot auf grün und die Saison der beiden war eröffnet. Sie konnten sich gleich zu Beginn des Rennens  an die Spitze setzen und gaben ihre Führung bis zur Ziellinie nicht mehr ab – der Auftakt war geglückt.

Samstag war es dann auch für den Achter soweit. Das Bahnverteilungsrennen stand an. Mit an der Startlinie waren Canada, Russland und die Niederlande.

Attention Row.

Unsere vielen Strecken die wir in den Trainingslagern geübt haben, um am Start direkt mitfahren zu können, sollten sich bezahlt machen. Wir gingen als zweite über die 500m und fuhren danach auf Augenhöhe mit Canada und Russland weiter bis zur 1000m-Marke. Nur die Niederlande konnten sich ein wenig vom Feld absetzen.

Die zweite Streckenhälfte nutzten Russland und Canada besser und blieben auf Geschwindigkeit und fuhren uns somit davon. Auch unser Endspurt reichte nicht mehr aus, um an das Feld heran zu kommen. Das Rennen gewann Russland vor Niederlande, Canada und Deutschland.

Für den Zweier ging es um 13:00 das zweite Mal an den Start. Die Gegner waren in diesem Halbfinale Niederlande, Polen, Ialien1, Spanien, Canada.

Die Italienerinnen erwischten den besten Start und gingen als erstes über die 500m, dicht gefolgt vom Deutschen Duo. Diese Reihenfolge sollte sich auch bis zur 1000m Marke nicht ändern.

Nun kamen auch die Spanierinnen  immer besser in Schwung und schoben sich langsam an die beiden führenden Boote heran. Sie setzten sich bis zur 1500m Marke vor das deutsche Boot.

Doch es sollte nochmal heiß hergehen bis zur Ziellinie. Die Spanierinnen hatten die höchste Geschwindigkeit und flogen auch noch an Italien vorbei. Marchi und Kerstin taten es ihnen gleich und somit hieß das Ergebnis Spanien vor Deutschland und Italien.

 

Am Sonntag standen die Finalrennen an.

Den Anfang machten Marchi und Kerstin um 10:03. Die Teams aus Russland (1),Spanien, Südafrika, Italien (2) und Italien (1) hatten es ebenfalls ins Finale geschafft.

Unser Deutsches Duo kam solide ins Rennen, merkten aber ziemlich zeitig, dass es ein schwieriges werden wird. Sie kamen nicht so recht in Schwung. Besser gelungen ist das Südafrika, die das Rennen von Beginn an dominerten, gefolgt von Italien und Spanien. Auch im weiteren Verlauf gelang es Marchi und Kerstin nicht den Abstand zu den führenden Booten zu verringern. Im Ziel fehlten Ihnen 2 Sekunden  zum dritten Platz, Südafrika gewann vor Italien und Spanien.

Marchis Resümee zu diesen Wochenende: „Es war ok. Eine Medaille wäre gut gewesen. Ich denke Italien und Spanien sind schon etwas mehr im Wettkampf Modus, weil die beiden sich noch qualifizieren müssen. Sie sind  bereits  vor 2 Wochen eine Regatta gefahren. Bei uns hat einfach noch etwas die Wettkampfroutine gefehlt und im Finale haben wir zwischen 300-1000m einfach zu viel liegen lassen. Italien ist ein starkes Rennen gefahren, jedoch hat das Halbfinale gezeigt das sie und Spanien in Reichweite sind.“

Für den Achter ging es um 12:48 um die Wette.

Leider geling es uns von Anfang an nicht bei den anderen Nationen mitzufahren. Die Geschwindigkeit fehlte. Trotzdem versuchten wir nicht aufzugeben und unser Rennen stur weiterzufahren  und es so gut wie möglich für zu beenden. Denn auch uns fehlt die Wettkampfroutine in dieser Achterbesetzung. Wir müssen jedes Rennen nutzen, um uns weiter zu entwickeln.

Das Rennen gewann die Niederlande vor Canada und Russland.

Mein Resümee zu diesem Wochenende ist, dass es vom Ergebnis her natürlich nicht befriedigend ist. Jedoch gibt es positive Ansätze, wie das Bahnverteilungsrennen am Samstag gezeigt hat. Darauf müssen wir aufbauen und es so verinnerlichen, dass wir es zu jeden Zeitpunkt abrufen können. Wir haben uns gut als Mannschaft entwickelt und ich bin der festen Überzeugung, dass  bis zur Nachquai in Luzern in 5 Wochen noch einiges möglich ist.

Bis bald, eure Dani

 

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Unser Hotel in Varano Borghi – ein wunderschönes altes Anwesen!