Archiv der Kategorie: Achter mit Steuerfrau

Die U23-Weltmeisterschaften beginnen

Bereits am Sonntag sind wir mit der gesamten U23-Nationalmannschaft in Sofia gelandet und direkt von dort aus ins Hotel in Plovdiv, dem diesjährigen Austragunsort der U23-Weltmeisterschaften, gefahren.

Gestern und heute wurden bereits für ein paar Runden auf der Strecke genutzt, um sich nach ein paar Tagen ohne rudern weiter auf die Rennen vorzubereiten.

Morgen geht es dann bereits los! Der Vierer ohne mit Anna Calina Schanze, Ida Kruse, Tabea Schendekehl und Annemieke Schanze hat ab 16 Uhr Ortszeit Vorlauf, der Zweier ohne mit Charlotte Wesselmann und Dorothee Beckendorff ab 16:45 Uhr. Der Achter darf sich Donnerstag um 9:05 Uhr das erste Mal unter Beweis stellen!

Wir hoffen auf spannende Rennen und gute Stimmung an der Strecke! 🙂

Letzte nationale Standortbestimmung in München

Nach einigen Wochenenden mit Training und Regatten in Zweier, Vierer und Achter wurden am vergangenen Wochenende die Boote benannt, die sich ab dem 21. Juni in München einfinden, um bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften U23 an den Start zu gehen. (Infos zur DM)

Direkt im Anschluss geht es dann für die Nationalmannschaft, die am Samstag, den 24. Juni, endgültig nominiert wird, ins Vorbereitungstrainingslager nach Ratzeburg, wo den Mannschaften der letzte Feinschliff verliehen wird.

 

Ein Wochenende mit bombiger Stimmung

Auf den U23 – Jahrgangsmeisterschaften in Hamburg haben sich am Wochenende die Riemerinnen noch einmal versammelt. Nachdem vor ein paar Wochen noch der Austragungsort kurzfristig geändert werden musste (die eigentliche Strecke in Essen ist zu sehr mit Algen bewachsen), spielte die Natur allen Beteiligten auch in Hamburg einen Streich. Aber von Anfang an:

Bereits am Mittwoch und Donnerstag trafen wir uns bei strahlendem Sonnenschein für vorbereitende Trainingseinheiten an der Regattastrecke. In der folgenden Nacht zum Freitag war dann schon ein sehr tiefer Schlaf gefragt um bei der Geräuschkulisse erholsam durchzuschlafen. Diese Unwetter machten leider auch den Start in den ersten Renntag etwas holprig. Wer Glück hatte war früh genug mit seinem Training fertig bevor die Strecke aus Sicherheitsgründen das erste Mal gesperrt werden musste. So gab es dann auch kleinere Verzögerungen vor den ersten Starts in die Bahnverteilungsrennen im Zweier ohne und Vierer ohne. Besonders das Bahnverteilungsrennen im Vierer ohne versprach schon ein sehr spannendes Finalrennen am nächsten Tag, da bei dem „Antesten“ keiner so wirklich deutlich die Nase vorne hatte. Das erste Rennen des Samstags war der Zweier ohne Steuerfrau. Hier lieferten sich Frauke Hacker und Leah Labudde (Rostock/ Greifswald) ein bis auf die Ziellinie sehr spannendes Rennen mit Annemieke Schanze und Bea Bliemel (Ratzeburg/ Bessel-Minden). Am Ende hatten Frauke und Leah den Bugball knapp vorne und sicherten sich den Titel. Als dritte kamen hier Pia Greiten und Anna Brendel (Osnabrück/ Bessel-Minden) ins Ziel. Etwas später ging es dann auch im Vierer ohne Steuerfrau um den Titel Deutsche Jahrgangsmeisterin. In einem spannenden Rennen schenkten sich die ersten fünf Boote vom Start bis ins Ziel keinen Meter und waren am Ende nicht viel mehr als eine Länge auseinander. Laura Prieß, Elisaveta Sokolkova, Sophie Oksche und Carolin Dold waren dabei knapp vor Ida Kruse, Bea Bliemel und Annemieke und Calina Schanze im Ziel. Dritte wurden Svenja Leemhuis, Julia Barz, Dorothee Beckendorff und Charlotte Wesselmann.

Oben der siegreiche 4-, darunter mein 4- mit mir im Bug
Oben der siegreiche 4-, darunter mein 4- mit mir im Bug

Im letzten Rennen gingen nach Schwierigkeiten beim Meldevorgang leider nur zwei statt drei Achtern an den Start. Mit einer Länge Vorsprung gewann hier nach einem ebenfalls spannenden Rennen die Renngemeinschaft mit Laura Pries, Friederike Reißig, Sina Kühne, Alyssa Meyer, Stella Bleich, Elisaveta Sokolkova, Sophie Oksche, Carolin Dold und Steuerfrau Larina Hillemann vor Isabell Taeuber, Julia Barz, Pia Greiten, Anna Brendel, Frauke Lange, Janka Kirstein, Leah Labudde, Frauke Hacker und Steuerfrau Lara Mücke.

Die beiden Achter im Ziel
Die beiden Achter im Ziel

Der Abschluss war nun ähnlich stürmisch wie der Rest des Tages. Bis zuletzt befanden sich die meisten nicht nur im Matsch der Regattawiese, sondern auch im Ungewissen darüber wer für die U23-WM in Rotterdam nominiert wird. Dies ist im Moment der siegende Achter plus die drei ersten Zweier. Es bleibt also sehr spannend wer noch nominierte wird und wie am Ende die genaue Besetzung der Boote zur U23-WM Ende August aussieht.

Jetzt freue ich mich auf ein paar Tage zu Hause bevor das Achtertraining für Rotterdam wieder losgeht.

Viele Grüße aus dem U23 Achter

Friederike

 

Fotos: rudern.de

Ausblick: Deutsche Junioren-/Jahrgangsmeisterschaften U17 und U23

Vom kommenden Donnerstag bis Sonntag (23.-26.06.) finden in Hamburg neben den Deutschen Juniorenmeisterschaften die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der U17 und U23 statt. Ursprünglich sollten die Nachwuchs-Titelkämpfe in Essen auf dem Baldeneysee stattfinden, der jedoch von einer massiven Verkrautung befallen ist, und somit für ihre Austragung nicht mehr in Frage kommt. Die Hansestadt sprang jedoch kurzfristig ein und bietet insgesamt 616 gemeldeten Booten und ihren Athlet/innen unter anderem die Chance sich für den Saisonhöhepunkt, die U19- und U23-Weltmeisterschaften in Rotterdam/Niederlande (21.-28.08.), zu qualifizieren. Die Titelkämpfe beginnen am Donnerstag mit den Vorläufen, gehen am Freitag über die Hoffnungsläufe über die Semi-Finals und erste Endläufe bis zu den großen Finals am Sonntag.  Für den U23- Frauen Riemenbereich geht es wiederum im Zweier Ohne, Vierer Ohne und Achter zur Sache.

Frauen Zweier Ohne

Da für das Rennen des Frauen Zweier Ohne nur 4 Boote gemeldet sind, findet am Freitag um 11:10Uhr ein Bahnverteilungsrennen satt, das Finale wiederum startet am Samstag um 11:03Uhr. Frauke Hacker (Rostock)/ Leah Labudde (Greifswald), die seit Herbst immer wieder gute Leistungen zeigen, werden unter anderem von Anna Brendel (Minden)/Pia Greiten (Osnabrück) herausgefordert und müssen sich erneut beweisen. Der Sieger des Finals wird den DRV in dieser Bootsklasse auf den U23- Weltmeisterschaften in Rotterdam Ende August vertreten.

Frauen Vierer Ohne

Auch im Vierer-Ohne finden nur ein Bahnverteilungsrennen sowie ein Finale statt. Der Start des Bahnverteilungsrennens ist am Freitag um 14:00Uhr, der des Finals am Samstag um 13:52Uhr. Hier müssen sich die Anwärterinnen auf den U23-Achter sowie die auf den Vierer-Ohne unter Beweis stellen und ihrer möglichen Favoritenrolle gerecht werden. Die an den Start gehenden Kombinationen ergeben sich aus den Ranglisten im Kleinboot sowie aus den Ergebnissen der Internationalen Regatta in Ratzeburg. Ob Sophie Oksche (Ingolstadt)/Carolin Dold (Greifswald)/ Laura Prieß (Rostock)/ Elisaveta Sokolkova (Lauingen) den Angriffen von unter anderem Friederike Reißig (Mainz)/Sina Kühne (Dresden)/Alyssa Meyer (Berlin)/Stella Bleich (Potsdam) stand halten können ist mit Spannung zu erwarten.

Frauen Achter

Nach getaner Arbeit im Vierer Ohne kommt es zum Finalen Showdown im Achter. Start ist am Sonntag um 17:05. Allen Riemerinnen wird die Chance gegeben sich im Großboot unter Beweis zu stellen und es bleibt spannend, ob sich der gesetzte Achter dieses Mal im ersten- und einzigen- Rennen durchsetzen kann.

Am Samstag und Sonntag gibt es einen Live-Stream auf dem von 8:45 bis 17:45 unter folgendem Link die Rennen verfolgt werden können:

http://sportdeutschland.tv/rudern/deutsche-juniorenmeisterschaften-hamburg

Die Liveergebnisse lassen sich unter diesem Link finden:

http://www.stoebehh.de/Hamburg/Ergebnisse.htm

Wir freuen uns auf spannende Titelkämpfe!

Life goes on…

Hallo zusammen,

12 Tage, nachdem ich mit dem Frauenachter die Qualifikation für Oylmpia in Rio verpasst habe, schreibe ich heute diesen Blog. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Wie haben wir das Ganze verkraftet und was kommt jetzt? Vielleicht kann ich euch einen kleinen Einblick geben, wie meine(unsere) Situation gerade aussieht.

Ich fange mal ganz von vorne an: Nachdem wir im letzten Jahr auf der WM im Achter den 10. Platz belegt und damit die frühzeitige Qualifikation für Rio nicht erreicht hatten, hat der deutsche Ruderverband dem Frauen-Riemen-Bereich einen neuen Bundestrainer zugeteilt: Ralf Müller. Zusammen mit Ralf haben wir seit November kontinuierlich und über 3 Trainingslager konsequent im Achter gearbeitet, seit Mitte Februar mit der endgültigen Besetzung. Ich glaube, ich spreche für so gut wie alle aus dem Team, wenn ich sage, dass wir das Gefühl hatten den Achter in die richtige Richtung zu bringen – Richtung Rio. Mit einem guten Gefühl also gingen wir Mitte April beim ersten Weltcup in Varese an den Start. Doch leider mussten wir uns den 3 Gegnern aus Canada, Russland und den Niederlanden geschlagen geben, wobei letztere sogar auch noch nicht qualifiziert waren. Ich würde nicht sagen, dass wir mit einem schlechten Gefühl wieder abgereist sind. Vielmehr waren wir im Geschäft angekommen und erkannten, dass wir eine wirklich große Aufgabe vor uns hatten, die alles andere als leicht werden würde zu meistern. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf und weiteren Fortschritten im Training reisten wir als nächstes zur Heim-EM in Brandenburg an um dort zum ersten Mal in dieser Saison auf Rumänien zu treffen – neben Holland einem weiteren Anwärter auf die letzten beiden Tickets für Rio. Trotz krankheitsbedingter Ausfälle (ich konnte leider nur im Finale antreten), war das Ergebnis war in Ordnung: 4 Sekunden hinter Rumänien, 5. Platz insgesamt. Wir wussten aber auch, dass wir zweieinhalb Wochen später Rumänien schlagen müssten.

Die letzten 2 Wochen vor der Qualifikationsregatta nutzten wir noch einmal ordentlich aus. Leider hatten wir auch in dieser Zeit gesundheitliche Probleme innerhalb der Mannschaft, wir wussten uns aber zu helfen und haben mit unseren Ersatzleuten genauso Fortschritte machen können.

Ich bin optimistisch zur Quali angereist. Eine positive Einstellung ist meiner Meinung nach vor so einer wichtigen Aufgabe das „A und O“.  Schon das Bahnverteilungsrennen hat uns erneut gezeigt, wie stark unsere Gegner sind und was für ein hohes Niveau im Frauenachter weltweit herrscht. Hinzugekommen waren Australien und China, gegen die wir in Luzern das erste Mal in diesem Jahr antraten. Unsere „alten Freunde“ Rumänien und die Niederlande belegten Platz 1 und 2 mit einem deutlichen Vorsprung vor Australien, uns und schließlich China, die wir noch im Endspurt geknackt hatten. Das Rennen war nicht zufriedenstellend. Um unter die ersten beiden Plätze zu kommen und damit das Ticket für Olympia zu lösen, würden wir noch ordentlich einen draufsetzen müssen.

Finaltag – heute würden wir endlich Bescheid wissen: Fahren wir nach Rio, oder nicht? Schaffen wir es durch das „Rennen unseres Lebens“ uns von den alten Ergebnissen zu lösen und ein Wunder passieren zu lassen?

Wir haben es nicht geschafft. Jede einzelne hat ihr Bestes gegeben und bis zum letzten Schlag gekämpft, doch wir waren den anderen Nationen einfach unterlegen und kamen als 5. Boot ins Ziel. Es ist eine riesige Enttäuschung für uns alle und dass man es hätte erwarten können, macht es nicht erträglicher. Jeder hat extrem viel investiert, am Ende aber hat es nicht gereicht. Trotz der großen Enttäuschung fällt für mich auch eine Last von den Schultern. Es tut gut endlich Klarheit zu haben, sodass man den Blick wieder auf andere Dinge richten kann.

Wie geht es jetzt weiter? Nachdem wir den Achter nicht für Olympia qualifizieren konnten, gibt es für uns nun die Möglichkeit sich für den 4er ohne für die nicht-olympische WM in Rotterdam zu bewerben. Aus dem Achter sind noch 4 Leute dabei: Alex, Lea, Melanie und ich. Außerdem wird Clara Redetzki auch noch mitmachen. Auch, wenn es nur unser Plan B ist, freue ich mich darauf. Es wird bestimmt ein schönes und vor allem großes Ereignis – es wird nicht nur die offene Altersklasse, sondern auch U19 und U23 ausgetragen. Für mich besonders schön, denn für meinen Bruder sieht es aus, als würde er sich für den U23 Männerachter qualifizieren. Wir könnten also eine WM gemeinsam rudern. Abgesehen vom Rudern werde ich auch noch ein bisschen für die Uni tun, es tut mir gut den Kopf mit anderen Dingen zu beschäftigen.

Auch wenn der Traum von Rio geplatzt ist – der Traum von Olympia bleibt.

Liebe Grüße

Eure Charly

 

Foto: Blick aus unserem Hotelzimmer in Luzern