Alle Beiträge von Kerstin Hartmann

Rio – wunderschön aber windig

Hallo ihr Lieben,
Mit dieser Woche geht für Marchi und mich auch unsere Saison zu Ende und es stand nichts geringeres als der olympische Wettkampf auf dem Plan! Dieser besondere Wettkampf entpuppte sich als der nervenaufreibendste meiner ganzen Ruderkarriere!
Als wir am Sonntag voller Euphorie mit unserem Vorlauf ins Wettbewerbsgeschehen eingreifen wollten, erfuhren wir, an der Strecke uns für das Rennen bereit machen wollend, dass alle Rennen des Tages wegen des heftigen Windes und Sturmböen ausfallen würden und auf den nächsten Tag verschoben werden. Die Anspannung, die das erste Rennen eines  jeden Wettkampfs mit sich bringt und die ich schon zwei Tage in mir trug, konnte ich also noch eine weitere Nacht nicht loswerden! Glücklicherweise konnten aber am nächsten Tag, dank des eingeschlafenen Windes, endlich alle Boote in den Wettkampf starten- auch wir! Mit einem dritten Platz haben Marchi und ich uns den Hoffnungslauf sparen können- worüber wir uns sehr freuten. Der erste Schritt ins Halbfinale war also geschafft.
Doch auch am Halbfinaltag machte uns der Wettergott einen Strich durch die Rechnung – heftigster Gegenwind machte ein Vorankommen auf dem Wasser beinahe unmöglich. Deshalb wurde also zu  zweiten Mal unser Rennen um einen Tag verschoben. Marchi und ich versuchten, die Situation möglichst gelassen zu nehmen- immerhin geht es ja allen Mannschaften gleich.
Leider kamen wir dann im Halbfinale nicht über den 5. Platz hinaus und mussten uns deshalb mit dem B-Fianle begnügen. Die Enttäuschung, vor allem über den Abstand zu einer Finalplatzierung war erst einmal sehr groß. Zwar war mir nach den Saisonergebnissen klar, dass die Finalplätze sehr hart umkämpft sind, trotzdem hätten wir es den anderen Bootes gern schwerer gemacht.
Im B- Finale wandelten Marchi und ich allen Frust in Kraft um und so gelang es uns, die Saison noch mal mit einem richtig coolen Rennen zu beenden! Selten hat ein Endspurt so viel Spaß gemacht wie in dem Rennen! Versöhnt mit der Regattastrecke beendeten wir unsere olympischen Spiele also mit einem 8. Platz!!

Ab nun werde ich das olympische Flair von Rio genießen!

Sportliche Grüße,
Eure Kerstin

Die Freude auf Olympia wächst

Olympia rückt immer näher- das wurde uns in dieser Woche noch mal allzu deutlich! Während wir die letzten Tage der Unmittelbaren Wettkampfvorbereitung Teil 1 in Weissensee (Österreich) verbrachten, wurde die Zeit genutzt, um uns Sportlern eine Einführung in die medizinischen Verhaltensweisen für Brasilien zu geben. Dafür reiste unser Verbandsarzt Ulli Kau an, um uns in einem sehr unterhaltsamen Vortrag unter anderem über die Mücken in Rio und die Wasserqualität zu informieren. An diesem Abend wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass es nur noch drei Wochen sind, ehe unser Flieger Richtung Brasilien abhebt!
Ein weiteres Highlight in dieser Woche war die Einkleidung am Freitag- hierfür fuhren wir mit den anderen Ruderern nach Hannover, wo in einer großen Kasernenhalle alle Kleidung (Freizeit-, Einmarch-, Anreise-, Siegerehrungskleidung) zum Anprobieren für uns bereitlag! Voller Vorfreude stürzten wir uns auf die Stände und konnten zum ersten Mal live sehen, was wir in Rio jeden Tag tragen werden. Die Einkleidung ist sehr farbenfroh, was ich passend für Rio finde und es sind wirklich viele schöne Teile dabei!

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Am Dienstag geht es für zwei Wochen in die Unmittelbare Wettkampfvorbereitung Teil 2 nach Ratzeburg. Dazwischen haben wir jetzt noch ein paar Tage, in denen wir unser Training individuell gestalten dürfen und so Kraft tanken können für den absoluten Höhepunkt in diesem Jahr- die Olympischen Spiele!!!

Ich freue mich riesig auf die kommenden Wochen,
eure Kerstin

Die Woche nach einem Wettkampf

Hallo liebe Team Frauenachter- Fans,

die Zeit vergeht wie im Flug….Noch 82 Tage bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Rio und die Europameisterschaften 2016 sind seit einer Woche Geschichte. Doch wie sieht die Woche nach einer internationalen Meisterschaft bei uns aus?
Erschöpft, aber sehr glücklich mit den Rennen am Wochenende kam ich am Sonntagabend nach längeren Stauaufenthalten endlich zu Hause an und fiel erleichtert in mein Bett…. Das Schönste war in dem Moment, dass kein Wecker für den nächsten Morgen gestellt werden musste. Denn wie nach einem Regattawochenende üblich, stand am Montag regeneratives individuelles Training auf dem Programm. Auch die beiden folgenden Tage waren noch etwas weniger Trainingseinheiten geplant, sodass ich die Zeit nutzen konnte um ein bisschen vom Rudern abzuschalten. Dies ermöglichte unter anderem einen Besuch im Zoo. Zusammen mit Marlene, meiner langjährigen Zweierpartnerin und ihrem einjährigen Sohn machte ich mich also auf den Weg, um die Ameisenbären, Äffchen und Giraffen zu bestaunen. Da es in Dortmund aber von Ruderern nur so wimmelt war es nicht verwunderlich, dass wir im Zoo auch Clemens aus dem Männer-Zweier über den Weg liefen, der seinerseits mit seiner Tochter den Zoo unsicher machte.

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Gegen Ende der Woche zog das Training dann wieder merklich an und der Fokus wurde auf den bevorstehenden Worldcup II in Luzern gerichtet. Zusammen mit unserem Trainer Trampas besprachen Marchi und ich die Trainingsinhalte und die technischen Aspekte, die wir noch verbessern wollen. Mit sehr schönem Frühlingswetter und spiegelglattem Wasser wurden wir bei den meisten Rudereinheiten diese Woche belohnt.

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Heute Morgen standen dann die letzten Belastungskilometer der Woche auf dem Programm und schon während der Strecken kam die Vorfreude auf den kommenden Wettkampf hoch!
Marchi und ich werden allerdings noch 10 Tage in Dortmund trainieren, ehe wir mit Sack und Pack nach Luzern reisen. Anders der Frauenachter, der schon voll im Wettkampfmodus ist! Für den Achter geht es schon in 5 Tagen gen Süden um in Luzern auf dem Rotsee um die letzten beiden Olympiatickets zu kämpfen.
Bevor aber eine neue aufregende Woche anbricht wird noch ein bisschen erholt!

Einen schönen Sonntag wünscht euch,
Kerstin

Der letzte Feinschliff….

Hallo,

auch diese Woche war Heimtraining angesagt und der Fokus lag auf der Vorbereitung des Ergotests, welcher kommende Woche ansteht. Deshalb kam uns auch die Kältewelle, die Anfang der Woche über Dortmund hereinbrach, gar nicht so ungelegen. So konnten wir Kilometer auf dem Ergometer machen und unsere Vorbelastungen absolvieren.
Mitte der Woche gab es einen Grund zu feiern: Unser lieber Trampas feierte seinen Geburtstag und wurde von uns mit viel Nervennahrung für die kommenden Wochen ausgestattet.

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Doch da Ergofahren auf Dauer nicht sehr unterhaltsam ist, waren wir froh als Ende der Woche der Kanal eisfrei war und wir uns das Wochenende über wieder rudernd fortbewegen konnten.

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Nach drei Wochen Trainingsblock merkten wir doch die Anstrengung in den Beinen und freuen uns nun, die nächsten Tage ein bisschen rauszunehmen um am kommenden Freitag dann topfit auf dem Ergo an den Start gehen zu können.

Einen schönen Abend und guten Start in die Woche,

Eure Kerstin

Nach der Saison ist vor der Saison

Hallo zusammen,

Seit der WM sind nun drei Wochen vergangen, in denen wir Mädels aus dem Team Frauenachter die vergangene Saison verarbeiten und neue Kräfte sammeln konnten. Ich habe die Tage genutzt um meine Familie in Ulm zu besuchen und außerruderische Freundschaften zu pflegen. Außerdem war ich mit meinem Freund in den slowenischen Alpen wandern und den darauf folgenden Muskelkater kurierte ich am Mittelmeer aus 🙂 Klingt erst mal alles nach einer entspannten Zeit, was es letztlich auch war.
Allerdings ist es ganz nicht so leicht, das Thema Rudern nach der WM von heut auf morgen zu Seite zu schieben, wenn es einen davor 11 Monate ununterbrochen beschäftigt hat.
Mit dem 8. Platz waren Kathrin und ich nach unserem ersten internationalen Wettkampf zwar erst mal relativ zufrieden, bedeutet er immerhin einen Quotenplatz für den deutschen Frauenzweier bei den Spielen in Rio, nichts desto trotz war die gesamte Saison sehr frustrierend, da unser eigentliches Ziel ja war, den Frauenachter voran zu bringen und für Olympia zu qualifizieren. Dementsprechend waren die ersten Tage getrübt durch die Gedanken, was schief gelaufen ist, warum es nicht gereicht hat und vor allem: wie kann der kommende Winter genutzt werden um doch neben dem Zweier neun weiteren Frauen die Chance zu geben, an den olympischen Spielen teilzunehmen?
Nach ein paar Tagen gelang es mir aber, den Kopf frei zu bekommen und die ruderfreie Zeit zu nutzen.

Nun steht die kommende olympische Saison vor der Tür und ab morgen wird der Fokus wieder aufs Rudern gelenkt!
Nächstes offizielles Kräftemessen wird die Langstrecke im Zweier und der Ergotest Ende November in Dortmund sein!

Bis dahin,

Eure Kerstin