Alle Beiträge von Kathrin Marchand

Wer zuletzt lacht….

Hallo ihr Lieben,

Nach langer Sommerpause und unregelmäßigem Einträgen, melden wir uns nun endlich wieder regelmäßig zu Wort.

In den vergangenen Wochen ist viel passiert. Unser Weg nach Rio begann letzte Woche mit Ergotest und Langstrecke in Dortmund, sowie harten Entscheidungen und nimmt nun in Sevilla mit viel Training seinen Lauf. Mit unserem neuen Bereichstrainer Ralf Müller – mit dem wir bereits 2012 erfolgreich die Nachqualifikation für die Olympischen Spiele erreichen konnten
– und Werner Nowak alias Trampas als Trainerduo, sowie 18 Athletinnen sind wir am Mittwoch nach Sevilla angereist. Diese 18 Athletinnen bilden den erweiterten Kaderkreis, aus dem sich in den nächsten Wochen der Zweier, der Achter und die Ersatzleute bilden werden. An dieser Stelle möchten wir uns noch mal bei allen, die uns in den vergangenen drei Jahren auf dem Weg begleitet haben und jetzt nicht in diesem Kreis dabei sind, bedanken. Ihr habt die Gruppe mit viel Herzblut, Schweiß und Kraft unterstützt und ihr Leben gegeben.

IMG_0758
Miri, Leah, Sara und Melle bleiben zurück, Gudrun und Frauke leisten seelischen Beistand

Dass bei einer Anreise nach Sevilla das ein oder andere Gepäck mal auf der Strecke bleibt, sind wir von den vergangen Jahren ja gewohnt. Diese Anreise stand jedoch wahrlich unter keinem guten Stern. Zunächst mussten wir in Düsseldorf vier unserer Mitstreiterinnen schon am check-in zurück lassen, da Reisebüro und Airline Kommunikationsschwierigkeiten hatten und die vier Mädels bei der Airline nicht im System auftauchten. Nach vielem Hin und Her und telefonischen Engagement von Annika Wing, Laura und dem Reisebüro konnte für die vier noch für den Tag ein anderer Flug gefunden werden. Nachdem jede von uns anderen froh war, problemlos eingecheckt zu haben, wurde unsere Freude darüber schnell gedämpft. Kurz nachdem unser Flugzeug die Parkposition verlassen hatte, standen wir nämlich schon wieder. Unser Vorderreifen war beschädigt und wir mussten auf Hilfe warten.

Ausharren im Flieger
Ausharren im Flieger
IMG_0754
Vermisstenanzeigen für unsere Taschen

Knapp 2 Stunden später fanden wir uns also wieder im Flughafengebäude und warteten auf einen Ersatzflug. Dank eines 6 € Gutscheins konnte der gröbste Hunger gestillt und die Gemüter etwas besänftigt werden. Unsere vier Kolleginnen befanden sich derweil schon im Anflug auf Barcelona. Eine Stunde und ein repariertes Flugzeug später konnten wir dann auch endlich abheben und uns auf dem Weg gen Spanien machen. In Barcelona gab es dann beim Umsteigen ein großes Hallo, denn die Reisegruppe aus Düsseldorf war wieder vereint. Am Ende
waren die vier Mädels, die wir am Anfang der Reise noch bemitleidet hatten, da es zunächst so schien als müssten sie einen Tag später Anreisen, die Gewinnerinnen. Im Gegensatz zu uns anderen aus Düsseldorf angereisten konnten sie in Sevilla ihre Taschen vom Band heben. Wie heißt es so schön? Wer zuletzt lacht, lacht am Besten.

Nun sind alle wieder mit Koffern ausgestattet und alles nimmt seinen geregelten Gang. Die ersten Einheiten auf dem Wasser sind absolviert, Kraft-, Stabi- und Radeinheiten standen auch schon auf dem Programm. Der Fokus liegt bei unserer täglichen Arbeit ganz klar auf dem Achter, da wir dort eine große Aufgabe vor uns haben, der wir uns mit Spaß an der Sache, Willen und konzentrierter Arbeit widmen. Die ersten Einheiten im Achter machen dazu Mut.

Nun wünsche ich euch noch einen schönen zweiten Advent und hoffe, dass euch auch der Nikolaus besucht hat.

Liebe Grüße

Ronja

Umorientiert

Nach dem Weltcup-Finale in Luzern, bei dem wir im Achter leider wieder nicht das Finale erreichen konnten, blieben uns allen erstmal ein paar Tage zum erholen, was sowohl körperlich als auch mental von Nöten war. Getreu dem Motto ‚Et kütt wie et kütt‘ (Es kommt wie es kommt) nahm ich erstmal ein bisschen Abstand von der ganzen Geschichte und erholte mich in meiner Heimatstadt Köln.

Donnerstag war dann aber auch schon Anreise für unser Trainingslager in Dortmund und in diesen Tagen wurde auch beschlossen, dass die Priorität für die WM auf den Zweier ohne gelegt wird, damit wir diesen für Rio qualifizieren und uns so nächstes Jahr mehr darauf konzentrieren können den Achter durchzubekommen – vorausgesetzt der Zweier erreicht mindestens den elften Platz auf der WM.

Wer den Zweier fährt stand am Anfang des Trainingslagers noch nicht fest. Man entschied sich dafür, die beiden deutschen Meister von 2014 und 2015 gegeneinander 2000m fahren zu lassen – konkret das heißt Schütte/Schmidt gegen Marchand/Hartmann. Das sollte Mittwoch in Köln stattfinden, gefolgt von einem zweiten Rennen in dem wir über Kreuz fahren sollten, also Hartmann mit Schütte und ich mit Michi Schmidt. Für uns vier hieß es dann ein paar Tage Konzentration auf den Zweier, während die anderen ihre Kilometer weiterhin im Achter machten.

Ich freute mich, dass ich die Chance bekam nach diesem verkorksten Winter und den vielen Tiefs und Hochs, das Ausscheidungsrennen zu bestreiten. Kerstin und ich sind seit einem Jahr nicht zusammen im 2- gerudert, aber nach ein paar Kilometern hatten wir uns immerhin so weit eingefummelt, dass wir das Gefühl hatten 2000m unbeschadet zu überstehen. Mit viel Kampfgeist konnten wir das erste Rennen dann für uns entscheiden – das zweite ging für mich schlechter aus, denn die Kombination Schütte/Hartmann überzeugte. Dennoch gibt man der Kombination mit Kerstin und mir jetzt die Chance den Zweier zu fahren und somit hoffentlich auch zu qualifizieren.

Für mich wird es das erste Mal sein, dass ich international im Zweier antrete. Bisher bin ich immer im Vierer oder Achter gestartet. Umso motivierter bin ich, Vollgas zu geben und das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Mit Kerstin habe ich ja eine sehr erfahrene Bugfrau und auch unser Trainer Trampas hat schon diverse Zweier schnell gemacht.

Zur Zeit ackern wir uns also im Kraftraum, auf dem Wasser, auf dem Rad und bei jeder Gymnastik (wie im Video zu sehen 😉 ) ab, um wieder ein bisschen Form aufzubauen und dann Anfang September in Aiguebelette topfit an den Start zu gehen.

Also bis bald,

Eure Marchi

Training, Ergo, Zweier

ZweiertrainingDie letzte Woche war für uns die letzteintensive Trainingswoche, bevor es nun in die Regenerations- und Wettkampfphase geht.

Da im Moment Semesterferien sind und ich keine Famulaturen machen muss, kann ich mich voll und ganz auf das Training einlassen. Davon stand auch eine ganze Menge an. Da wir in Leipzig erst über das Ergo rutschen dürfen und dann im Zweier antreten, haben wir auch beides vorbereitet. Mittwoch mit Ergostrecken und Sonntag mit einer längeren Belastung im Zweier. Jetzt sind wir bestmöglichst vorbereitet auf den ersten Wettkampf nach dem Winter!

Auch ohne Uni gibt es allerdings genug schöne Dinge, die man in seiner Freizeit machen kann. Ich nutze die Semesterferien immer, um mich mehr mit meinen ‚außer-Ruder-Freunden‘ zu treffen, die sonst leider viel zu oft hinten anstehen müssen.

Das Highlight in dieser dann doch sehr anstrengenden Woche war allerdings der Sonntag. Thomas hatte Einsehen mit uns und uns nach dem zweiten Frühstück freigegeben, so dass ich die Gelegenheit nutzte und mich direkt in den Zug gesetzt habe um meinen Freund in Köln zu besuchen. Gemeinsam waren wir dann im Schokoladenmuseum und haben vollbepackt mit Pralinen einen Spaziergang an den Krahnenhäuser vorbei entlang am Rhein gemacht. Solche Sonntage sind ja leider auch viel zu schön und viel zu selten.

Fast erholte Grüße

Eure Marchi

Sporteln und sporteln lassen

Die Woche rollte für mich ganz gut an, denn Montag rollte ich topmotiviert wie immer zum Krafttraining, was wir zur Zeit viermal die Woche absolvieren dürfen, damit wir nächste Saison um einiges fitter sind als diese.

In den Pausen zwischen den Einheiten versuche ich immer mich maximal zu regenerieren und ein wenig für die Uni zu schaffen. Dieses Semester habe ich mir ein paar kleine Klausuren vorgenommen und werde mit meiner Doktorarbeit anfangen und dafür gibt es immer etwas zu tun.

Championsleague
Go Leverkusen!!!

Das Highlight diese Woche kam schon relativ früh, denn mein Vater war von seiner Arbeit eingeladen worden als Teambuilding-Maßnahme das Championsleague-Spiel Leverkusen gegen St Petersburg aus der VIP-Lounge zu sehen. Da meine Mutter verhindert war dürfte ich das „+1“ sein und mich am reichhaltigen Buffet vollstopfen, Kölsch trinken und den „Kameraden“ beim Tore schießen zusehen – unter anderem Stefan Kießling, den ich sogar schon persönlich auf Ehrungen getroffen habe. Das Ergebnis mit 2:0 konnte sich sehen lassen!

Kurz nach dem Highlight folgte auch schon der Tiefpunkt. Ab Freitag Mittag lag ich nämlich mit einer zwar banalen, aber dennoch ernstzunehmenden Erkältung flach. Anstatt Großbootwochenende hieß es für mich wieder sporteln lassen und Tee, Hühnersuppe, Erholung. Das ganze Wochenende.
Nächstes Mal werde ich dafür wieder mit im Boot sitzen, denn die eine Erkältung pro Winter habe ich jetzt schon hinter mir!

Also nehmt euch in Acht vor den bösen Viren 😉

Eure Marchi

Tünnes & Schäl und die Meisterschaft

Diese Woche begann sehr ruhig. Während der Osterfeiertage konnten wir uns alle von dem anstrengenden Vortest erholen und Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Da ich ein echt kölsches Mädel bin ließ ich es mir nicht nehmen zusammen mit Conny meiner Heimatstadt mal wieder einen Besuch abzustatten und ihr auch die Namensgeber meines Bootes zu zeigen. Wer Tünnes & Schäl nicht kennt – sie sind zwei Figuren aus dem Hänneschen Puppentheater, vergleichbar mit Dick & Doof. 

Erholung hin, Erholung her. Training stand trotzdem an und da Kerstin die Woche in Ulm war musste ich unter der Woche ein paar Runden im Einer drehen, was aber bei schönstem Ruderwetter nun wirklich keine Qual war.

Auch im Krankenhaus wollte ich mich diese Woche blicken lassen. Im Rahmen meines Medizinstudiums muss ich zur zeit Praktika auf verschiedenen Stationen machen und diese Woche stand der Bereich HNO an. Nachdem ich Donnerstag also meinen Kommilitonen in die Nase und die Ohren geguckt hatte und keine manifesten Krankheiten entdecken konnte, machte ich mich beruhigt wieder auf den Weg nach Köln – Deutsche Kleinbootmeisterschaft!

Für mich eine besondere Meisterschaft, da ich in Köln nicht nur rudern gelernt habe, sondern hier auch 2008 meinen ersten deutschen Meistertitel erringen konnte (im JF A 4-/8+).
Die letzten Trainingseinheiten im Zweier gaben Kerstin und mir ein gutes Gefühl und so gingen wir zuversichtlich und freudig an den Start. Vom Vorlauf über das Halbfinale konnten wir uns technisch nochmal deutlich steigern und so stand am Sonntag früh das A-Finale an. Mein Verein war zahlreich vertreten und hat so laut geschrien, dass wir zum einen gewonnen haben, ich mich zum anderen aber auch frage, ob ich den ein oder anderen vielleicht nächste Woche mit einer Stimmbandparese im Krankenhaus auf der HNO-Station sehe? 😉 Danke für die Anfeuerungsrufe an dieser Stelle!

Glücklich am Siegersteg
Foto: Oliver Quickert, www.rudern.de

In einem guten Rennen haben Kerstin und ich es also geschafft unserer Favoritenrolle gerecht zu werden und sind in Tünnes & Schäl in Köln deutscher Meister im Zweier geworden. Schöner hätte ich es mir nicht vorstellen können. Überglücklich genossen wir die Siegerehrung und den Rest des Tages – ich ließ ihn mit meinen Eltern zusammen im Brauhaus bei einem Kölsch ausklingen und freue mich nun auf das Achtertraining und die kommende Saison!

Bis dahin, Marchi