Achter verpasst Olympiaqualifikation / Weltcup in Luzern

Der Frauenachter hat die Qualifikation für die olympischen Spiele nicht geschafft. Nach einem sehr guten Start im Finalrennen konnte das deutsche Boot zuerst mit den Gegnern aus Rumänien, den Niederlanden, Australien und China mithalten. Ab der Streckenhälfte jedoch konnte das deutsche Team das Tempo der anderen nicht mehr mitfahren und musste sich im Ziel mit einem deutlichen Rückstand und dem 5. Platz abfinden. Nur die ersten beiden Plätze sicherten sich ein Ticket für Olympia in Rio.

Weltcup Luzern

Der qualifizierte Zweier ohne Steuerfrau mit Kathrin Marchand und Kerstin Hartmann musste sich am Wochenende fast der gesamten Konkurrenz stellen, die auch in Rio am Start sein wird. Einzig Rumänien und die nachqualifizierten Boote Spanien, Italien und Polen waren nicht gemeldet.
Im Vorlauf konnten sich Hartmann/Marchand durch einen mutigen Rennangang den zweiten Platz hinter den Olympiasiegern aus Großbritannien sichern und den WM-Vierten Dänemark in den Hoffnungslauf schicken.

Im Halbfinale allerdings fehlte es auf der Strecke noch etwas an Tempo, so dass sich die ihrerseits hier gut gefahrenen Dänen den dritten Platz hinter USA und Neuseeland sichern konnten. Der deutsche Zweier verpasste das A-Finale und musste am Sonntag im B-Finale antreten. Hier traf man auf bekannte Gegner aus Frankreich, Kanada, China und den britischen Ersatz-Zweier. Die Franzosen und Kanadier starteten mutig, konnten Hartmann/Marchand aber auf der zweiten Streckenhälfte nichts mehr entgegensetzen, so dass das deutsche Duo mit einem Sieg im B-Finale und insgesamt Platz 7 die Regatta beendete.

„Die Regatta ist für uns ok gelaufen. Es ist ärgerlich, dass wir die Dänen im Halbfinale nicht nochmal schlagen konnten und es so nicht ins A-Finale geschafft haben. Für Poznan wissen wir, welche Schwächen wir eliminieren müssen. Wir wissen aber auch, dass wir gut losfahren können und dass das A-Finale in Rio durchaus in Reichweite ist.“ Kommentierte Kathrin Marchand den Weltcup.

photo credit: worldrowing.com /Detlev Seyb

Die Woche nach einem Wettkampf

Hallo liebe Team Frauenachter- Fans,

die Zeit vergeht wie im Flug….Noch 82 Tage bis zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Rio und die Europameisterschaften 2016 sind seit einer Woche Geschichte. Doch wie sieht die Woche nach einer internationalen Meisterschaft bei uns aus?
Erschöpft, aber sehr glücklich mit den Rennen am Wochenende kam ich am Sonntagabend nach längeren Stauaufenthalten endlich zu Hause an und fiel erleichtert in mein Bett…. Das Schönste war in dem Moment, dass kein Wecker für den nächsten Morgen gestellt werden musste. Denn wie nach einem Regattawochenende üblich, stand am Montag regeneratives individuelles Training auf dem Programm. Auch die beiden folgenden Tage waren noch etwas weniger Trainingseinheiten geplant, sodass ich die Zeit nutzen konnte um ein bisschen vom Rudern abzuschalten. Dies ermöglichte unter anderem einen Besuch im Zoo. Zusammen mit Marlene, meiner langjährigen Zweierpartnerin und ihrem einjährigen Sohn machte ich mich also auf den Weg, um die Ameisenbären, Äffchen und Giraffen zu bestaunen. Da es in Dortmund aber von Ruderern nur so wimmelt war es nicht verwunderlich, dass wir im Zoo auch Clemens aus dem Männer-Zweier über den Weg liefen, der seinerseits mit seiner Tochter den Zoo unsicher machte.

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Gegen Ende der Woche zog das Training dann wieder merklich an und der Fokus wurde auf den bevorstehenden Worldcup II in Luzern gerichtet. Zusammen mit unserem Trainer Trampas besprachen Marchi und ich die Trainingsinhalte und die technischen Aspekte, die wir noch verbessern wollen. Mit sehr schönem Frühlingswetter und spiegelglattem Wasser wurden wir bei den meisten Rudereinheiten diese Woche belohnt.

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Heute Morgen standen dann die letzten Belastungskilometer der Woche auf dem Programm und schon während der Strecken kam die Vorfreude auf den kommenden Wettkampf hoch!
Marchi und ich werden allerdings noch 10 Tage in Dortmund trainieren, ehe wir mit Sack und Pack nach Luzern reisen. Anders der Frauenachter, der schon voll im Wettkampfmodus ist! Für den Achter geht es schon in 5 Tagen gen Süden um in Luzern auf dem Rotsee um die letzten beiden Olympiatickets zu kämpfen.
Bevor aber eine neue aufregende Woche anbricht wird noch ein bisschen erholt!

Einen schönen Sonntag wünscht euch,
Kerstin

Hartmann/Marchand sind Vize-Europameister

Bei der Europameisterschaft am vergangenen Wochenende in Brandenburg konnte sich der deutsche Frauen-Zweier mit Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand die Silbermedaille hinter dem Olympiasieger aus Großbritannien sichern. In einem fulminanten Rennen mit widrigen Seitenwindbedingungen konnten sie bis zur Streckenhälfte auf Tuchfühlung mit den Olympiasiegern gehen und sich auch danach vom Rest des Feldes absetzen. Die Silbermedaille ist ein starkes Zeichen für die Entwicklung des deutschen Frauen-Riemenruderns.

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Auch der Achter stellte sich den Bedingungen und konnte trotz krankheitsbedingter Ausfälle einen guten Eindruck hinterlassen. Am Ende war es der 5. Platz, dicht gefolgt hinter dem Boot aus Rumänien. Mit positiv bewerteten Rennen befindet sich der deutsche Frauenachter auf einem guten Weg Richtung Olympianachqualifikation am 24. Mai 2016 in Luzern gegen Niederlande, Rumänien, Austrlaien und China. Dort sichern sich die ersten beiden Plätze einen Startplatz bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

 

Fotos: rudern.de

Großereignis Heim-EM

Vergangene Woche durften wir etwas erleben, was nicht jedem Leistungssportler in seiner aktiven Laufbahn vergönnt ist – die Teilnahme an einem Großereignis im eigenen Land. In unserem Fall die diesjährige Rudereuropameisterschaft in Brandenburg an der Havel. Ob wir bei diesem Wettkampf den Heimvorteil ausspielen könnten war zu Beginn der Woche allerdings noch dahingestellt.

 

Wir begannen die Woche wie wir die vorangehende beendet hatten. Gestärkt von einem großartigen Spieleabend am Sonntagabend zu dem Charlotte (Position 5) uns alle eigeladen hatte (um eine optimale Wettkampfvorbereitung zu generieren verblieben diesmal auch die nicht in Dortmund wohnenden Athleten am Stützpunkt), saßen wir Montagmorgen alle zusammen wieder im 8+. Vor einem Wettkampf werden die Einheiten immer kürzer, dafür umso konzentrierter und mit mehr schnellen Schlägen bestückt, sodass wir fit und frisch am Mittwoch nach Brandenburg anreisten.

 

Die dortige Strecke ist uns allen mehr als gut bekannt. Ich selbst erinnere mich gern an meine erste Teilnahme an den Deutschen Jugendmeisterschaften 2007 im Einer oder an mein erstes A-Finale im Zweier ohne Steuerfrau, welches ich dort im letzten Jahr errudert hatte. Jetzt also Europameisterschaften im Frauenachter.

 

Leider musste Charlotte erst einmal krankheitsbedingt aussetzten, sodass Jule ihren Platz in den Trainingseinheiten und sogar in den ersten beiden Rennen einnahm. Dies brachte uns aber gar nicht aus der Ruhe. Da wir die meiste Zeit sowieso alle zusammen trainieren und Jule ja bereits auch den Worldcup in Varese im Achter gerudert war, harmonierte alles wie gehabt und sollte uns nicht hindern unser Bestes zu geben.

 

Auf den Achter aus Rumänien legten wir im Vorlauf besonderen Augenmerk, da wir beim alles entscheidenden Olympiaqualifikations-Rennen in zwei Wochen auch gegen dieses Team antreten. Nach einem dem starken Seitenwind geschuldeten etwas holprigen Start kamen wir aber sehr gut in Tritt und konnten bis über die Streckenhälfte hinaus gut mit Rumänien mithalten und beendeten das Rennen hinter Großbritannien und Rumänien auf Rang drei. Spätestens nach diesem Rennen war uns klar, dass Rumänien nicht unbezwingbar sei und dass wir sie im Hoffnungslauf am nächsten Tag noch weiter bedrängen wollten. Leider ging diese Rechnung nicht ganz auf. Merke, schlimmer geht immer, und so viel es uns im Hoffnungslauf wesentlich schwerer mit den noch widrigeren Bedingungen zu Recht zu kommen. Abhaken, das Finale erreichten wir trotzdem mit Platz drei und so bot sich am Sonntag unsere nächste Chance. Mit Charlotte wieder an Bord wollten wir diese auch nutzen und vor der Olympiaqualifikation in zwei Wochen noch einmal ein Ausrufezeichen setzten. Ein Ausrufezeichen setzte erst einmal der strenge Seitenwind, weshalb sogar alle Rennen eine Stunde vorgezogen wurden. Am Start auf der Bahn ganz unter Land wurden uns sogar von den „worldrowing“-Kommentatoren die geringsten Chancen zugesprochen. Nichts desto Trotz starteten wir mit dem Willen allen Widrigkeiten zu trotzen und mit Hinblick auf die Olympiaqualifikation ein starkes Rennen abzuliefern. Entschlossen ließen wir uns von Nichts aus der Ruhe bringen. Kein Hängenbleiben und keine Wasserfontänen konnten uns von unserem Rhythmus abbringen, sodass wir diesmal noch länger als im Vorlauf Level um Level mit den Rumäninnen mithielten. Wir erkannten unsere Chance und wollten unbedingt am Boot neben uns vorbei nur leider kamen wir erneut nicht komplett vorbei und auf den letzten Metern fuhren uns die Rumäninnen sogar noch einmal davon. Den Grund dafür werden wir sobald wir wieder in Dortmund zusammen kommen genau analysieren damit es in zwei Wochen nicht erneut für den Gegner aus dem Osten ausgeht. Am Ende erreichten wir Platz fünf hinter dem Sieger aus Großbritannien, den Niederlanden, Russland und eben Rumänien. Hinter uns blieben Weißrussland und die Ukraine, welche bereits im Hoffnungslauf ausschied.

Großartig war wie erwartet die Stimmung an der Regattastrecke. Ich weiß nicht ob ich jemals unter so lauten Anfeuerungen die letzten 250 Meter eines Rennens fahren durfte. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die nach Brandenburg gereist sind um unser Team lautstark zu unterstützen. Außerdem ein großes Dankeschön an alle, die die Leistungen unseres Teams möglich machen. Physios und Ärtze aber auch vor allem die Unterstützung von unseren Familien und Freunden, von welchen auch viele vor Ort waren, macht dieses Projekt erst möglich.

 

Zusätzlich zu Rumänien werden wir am 24. Mai um 18.00 gegen die Niederlande und die bislang unbekannten Boote aus China und Australien antreten. Die beiden ersten Boote, die die Ziellinie überqueren, gewinnen ein Ticket zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro und glaubt mir … wir werden diese Woche im Training und in diesem besonderen Rennen alles daran geben eines dieser Tickets zu ergattern. Also, wünscht uns Glück!

 

Eure Lea

 

Foto: rudern.de

Die Ruhe vor dem Sturm


Die EM rückt immer näher.  Doch vorher gab es für uns nochmal 2 Tage Heimaturlaub bevor am Mittwoch dann wieder alle in Dortmund zusammen kamen.

Auch in den Letzten Tagen des Monats lässt uns der April keine Ruhe. Mit Sonne, Wolken, Sturm, Regen, und Temperaturen zwischen frostigen 5 und sommerlichen 20 Grad bleibt uns das wechselhafte Wetter erhalten.  Doch irgendwer meinte es wohl gut mit uns, denn am Ende mussten wir grade mal eine halbe Einheit ins Trockene verlegen.

Bei dem gewohnten Rhythmus des Trainings darf natürlich ein erholsamer Sonntag nicht fehlen. Sportler sind eben auch nur Menschen. Doch das Zauberwort heißt „aktive Erholung“: statt faul auf dem Sofa zu liegen, haben Larina, Alex und ich das tolle Wetter für einen Ausflug in den Dortmunder Zoo genutzt.

Am besten haben uns die Pinguine gefallen. Ich finde, sie passen sehr gut zu uns und unserem Vorhaben. An Land geht jeder seinen eigenen Weg und watschelt unbeholfen umher, doch sobald sie ins Wasser eintauchen, ist´s vorbei mit süß und knuddelig. Blitzschnell gleiten sie dahin, elegant und kaum zu bremsen. Oft bilden sie dabei Gruppen. Gemeinsam schwimmt es sich wohl leichter??? Wenn einer schneller wird machen alle anderen mit und so geht es weiter…. bis ins Ziel, oder bis man gegen eine Glasscheibe prallt.5459708_1_1201do-Zoo_20toter_20Pinguin_26

Aber zurück zum Team. Wir machen vielleicht keine Kunststückchen für Fisch, dafür haben wir unser Ziel um so klarer vor Augen.

Die Meldungen für die EM haben wir erfreut gelesen:

Groß Britannien, Niederlande, Weißrussland, Ukraine, Russland und Rumänien sind die Gegner.  Es wird also eine weiter wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zur Quali. So fahren wir gespannt und gestärkt zur Heim-EM nach Brandenburg.

Eure Frauke