Vorfreude aufs Halbfinale bei der WM in Aiguebelette: Katrhin Marchand und Kerstin Hartmann nach dem Hoffnungslauf.

Zweier im Halbfinale – kurzer Schockmoment

Der Kampf ums Olympia-Ticket geht für Kerstin Hartmann und Kathrin Marchand weiter. Im Zweier-Hoffnungslauf belegte das Duo einen sicheren zweiten Platz hinter Rumänien und zog ins Halbfinale bei den Weltmeisterschaften in Aiguebelette ein. „Wir sind erleichtert. Der elfte Platz ist in Reichweite, aber wir sind zuversichtlich, noch einige Boote hinter uns zu lassen“, meinte Kathrin Marchand. Platz elf und damit die Olympia-Qualifikation ist das große Ziel des erst nach dem Weltcup in Luzern neu zusammengesetzten Zweiers.

Hartmann/Marchand ließen sich auf der ersten Streckenhälfte nicht aus der Ruhe bringen, lagen sie doch hinter Rumänien und der Ukraine nur auf dem dritten Rang. Das hätte nicht gereicht, aber sie hatten auch damit gerechnet, dass die Ukrainerinnen überzogen hatten und einbrechen würden. Sie kam es schließlich auch. Auf der zweiten Streckenhälfte fuhren sie einen Vorsprung von fünf Sekunden heraus – und doch stockte der Atem der deutschen Zuschauer am Ufer des Lac d’Aiguebelette für einen kurzen Moment. Kathrin Marchand hatte zwei Schläge vor der Ziellinie aufgehört mit dem Rudern. „Ich dachte, wir sind durch. Als ich merkte, dass dies nicht der Fall ist, war ich geschockt. Da hab ich einen Adrenalinkick gekriegt – das war das Aufregendste am ganzen Rennen“, beschrieb die Schlagfrau den Moment. Zum Glück war der Vorsprung auf die Tschechinnen so groß, dass nichts mehr anbrannte. Marchand: „Das passiert mir nicht noch einmal. Nächstes Mal fahre ich so lange durch, bis wir hinten anstoßen.

Der Frauenachter im Vorlauf bei der WM in Aiguebelette: Steuerfrau Laura Schwensen, Ronja Schütte, Michaela Schmidt, Daniela Schultze, Charlotte Reinhardt, Alexandra Höffgen, Stella Bleich, Anne Becker und Julia Wärmer.
Der Frauenachter im Vorlauf bei der WM in Aiguebelette.

Für den Frauenachter geht es im Hoffnungslauf am Mittwoch um 13.20 Uhr schon um Alles oder Nichts. Nur fünf Boote können hier vorzeitig das Olympia-Ticket lösen – da ist das Finale Pflicht. Da sich bereits vier Achter über die Vorläufe für den Endlauf qualifiziert haben, sind nur noch zwei Plätze frei. Großbritannien, Rumänien, Europameister Russland, Australien und China sind Gegner der deutschen Crew um Schlagfrau Ronja Schütte. „Die Briten sind klarer Favorit. Es wäre eine sehr große Überraschung, wenn wir Zweiter werden“, meinte Trainer Thomas Affeldt. Er will aber nichts unversucht lassen: „Keine Frage, wir fahren voll. Wir müssen uns aber am oberen Bereich des Möglichen bewegen, wenn wir es schaffen wollen.“ Er hofft, dass der Frauenachter im Gegensatz zum Vorlauf (Fünfter hinter Kanada, Neuseeland, Rumänien und Australien), mit einem guten Start ins Rennen kommt und hier auch das Tempo der anderen Boote mitgehen kann.