Neuformierung der Boote im Frauen-Riemenbereich

In der Nationalmannschaft der Riemenfrauen ist noch einmal Bewegung in die Boote gekommen.

Das Trainerteam hat sich in Abstimmung mit Cheftrainer Marcus Schwarzrock nach den jüngsten Ergebnissen umorientiert: Alle drei Boote wurden umbesetzt. „Die Leistungen im Achter waren in Luzern eher rückläufig und auch im Zweier hat es nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt hatten“, begründet Bundesstrainer Thomas Affeldt den Schritt vor dem zweiten Trainingslager in Ratzeburg, das ab Anfang August startet: „Natürlich müssen wir die Leistungen dort abwarten, aber die neuen Formationen haben jetzt die Chance, sich zu beweisen.“

Noch bis Sonntag trainiert die komplette Frauen-Riemen-Nationalmannschaft im Leistungszentrum in Dortmund. Affeldt: „In der ersten Trainingslagerwoche wurde nochmals ein Ausscheidungsrennen im Zweier auf der Regattastrecke in Köln durchgeführt, da wir sicherstellen wollten, dass der aktuell schnellste Zweier bei der WM an den Start geht.“ Statt wie vorher die stärksten Ruderinnen in den Achter zu setzen, soll nun die Priorität auf dem Kleinboot liegen. „Wir haben uns für einen Strategiewechsel entschieden. Wir wollen den schnellsten Zweier in die Weltmeisterschaften schicken“, sagt Affeldt mit Blick auf die Olympia-Qualifikation bei der am dem 30. August stattfindenden WM im französischen Aiguebelette. Die Deutschen Kleinbootmeisterinnen von 2014, Kathrin Marchand und Kerstin Hartmann (großes Foto), konnten sich mit 3,4 Sekunden Vorsprung gegen die diesjährigen Meisterinnen, Ronja Schütte und Michaela Schmidt, durchsetzen. Ein Platz unter den ersten Elf bei der WM würde für den Zweier die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro bedeuten. Stützpunkttrainer Werner Nowak betreut den Zweier.

Der Frauenachter blieb in Luzern unser seinen Möglichkeiten
Der Frauenachter blieb in Luzern unser seinen Möglichkeiten

Im Großboot ist für eine direkte Olympia-Qualifikation schon mindestens der fünfte Rang bei der WM nötig. Zuletzt wurde der Frauenachter zweimal nur Siebter, verpasste somit die A-Finals und blieb unter seinen Möglichkeiten. „Damit konnten wir nicht zufrieden sein, die Entwicklung hat gefehlt. Nun können wir mit neuer Besetzung noch mal erneut Anlauf nehmen und müssen erst einmal wieder versuchen, an unser eigenes Optimum zu kommen. Dann können wir auch wieder Kontakt zur internationalen Konkurrenz herstellen.“ Drei Ruderinnen sind neu im Achter (Julia Wärmer, Daniela Schultze, Anne Becker), Schlagfrau wird Ronja Schütte.

Der Vierer in Varese
Der Vierer gewann beim Weltcup in Varese Bronze

Ein kleiner Lichtblick der vergangenen Wochen war der Vierer ohne Steuerfrau. Constanze Duell, Constanze Siering, Anne Becker und Sophie Paul hatten sich zunächst national deutlich gegen den Universiade-Vierer durchgesetzt und holten beim Weltcup in Varese Bronze hinter den USA und Australien. In diesem Boot wird es nur eine Veränderung geben. Für Becker, die im Achter startet, rückt Katrin Reinert in den Vierer. Der Vierer ist gleichzeitig auch die Ersatzbootsklasse für die olympischen Bootsklassen, damit beschränkt sich der Nationalmannschaftskreis auf insgesamt 14 Ruderinnen. Der Vierer wird, wie zeitweise schon in der Saison, vom Leverkusener Trainer Ralf Müller gecoacht.

Jetzt müssen sich die neuen Formationen erst einmal einfahren, gleichzeitig soll sich jede einzelne Ruderin zeigen. „Es herrscht eine gute Konkurrenzsituation. Wir erwarten, dass sich jetzt alle besonders dahinter klemmen und die Aufgaben als Team zusammen angehen“, sagt Affeldt.

Die neue Besetzung der Frauen-Nationalmannschaft:

Achter: Ronja Schütte (Essen-Werdener RC), Michaela Schmidt (HRV Böllberg Nelson), Daniela Schultze (RC Potsdam), Charlotte Reinhardt (RV Dorsten), Alexandra Höffgen (Neusser RV), Stella Bleich (RC Potsdam), Anne Becker (HRV Böllberg Nelson), Julia Wärmer (Rostocker RC)

Vierer ohne Steuerfrau: Constanze Duell (Münchener RC), Constanze Siering (RV Emscher Wanne-Eickel-Herten), Katrin Reinert (Heilbronner RG), Sophie Paul (SV Energie Berlin)

Zweier ohne Steuerfrau: Kathrin Marchand (RTHC Bayer Leverkusen), Kerstin Hartmann (Ulmer RC Donau)