Umorientiert

Nach dem Weltcup-Finale in Luzern, bei dem wir im Achter leider wieder nicht das Finale erreichen konnten, blieben uns allen erstmal ein paar Tage zum erholen, was sowohl körperlich als auch mental von Nöten war. Getreu dem Motto ‚Et kütt wie et kütt‘ (Es kommt wie es kommt) nahm ich erstmal ein bisschen Abstand von der ganzen Geschichte und erholte mich in meiner Heimatstadt Köln.

Donnerstag war dann aber auch schon Anreise für unser Trainingslager in Dortmund und in diesen Tagen wurde auch beschlossen, dass die Priorität für die WM auf den Zweier ohne gelegt wird, damit wir diesen für Rio qualifizieren und uns so nächstes Jahr mehr darauf konzentrieren können den Achter durchzubekommen – vorausgesetzt der Zweier erreicht mindestens den elften Platz auf der WM.

Wer den Zweier fährt stand am Anfang des Trainingslagers noch nicht fest. Man entschied sich dafür, die beiden deutschen Meister von 2014 und 2015 gegeneinander 2000m fahren zu lassen – konkret das heißt Schütte/Schmidt gegen Marchand/Hartmann. Das sollte Mittwoch in Köln stattfinden, gefolgt von einem zweiten Rennen in dem wir über Kreuz fahren sollten, also Hartmann mit Schütte und ich mit Michi Schmidt. Für uns vier hieß es dann ein paar Tage Konzentration auf den Zweier, während die anderen ihre Kilometer weiterhin im Achter machten.

Ich freute mich, dass ich die Chance bekam nach diesem verkorksten Winter und den vielen Tiefs und Hochs, das Ausscheidungsrennen zu bestreiten. Kerstin und ich sind seit einem Jahr nicht zusammen im 2- gerudert, aber nach ein paar Kilometern hatten wir uns immerhin so weit eingefummelt, dass wir das Gefühl hatten 2000m unbeschadet zu überstehen. Mit viel Kampfgeist konnten wir das erste Rennen dann für uns entscheiden – das zweite ging für mich schlechter aus, denn die Kombination Schütte/Hartmann überzeugte. Dennoch gibt man der Kombination mit Kerstin und mir jetzt die Chance den Zweier zu fahren und somit hoffentlich auch zu qualifizieren.

Für mich wird es das erste Mal sein, dass ich international im Zweier antrete. Bisher bin ich immer im Vierer oder Achter gestartet. Umso motivierter bin ich, Vollgas zu geben und das bestmögliche Ergebnis zu erreichen. Mit Kerstin habe ich ja eine sehr erfahrene Bugfrau und auch unser Trainer Trampas hat schon diverse Zweier schnell gemacht.

Zur Zeit ackern wir uns also im Kraftraum, auf dem Wasser, auf dem Rad und bei jeder Gymnastik (wie im Video zu sehen 😉 ) ab, um wieder ein bisschen Form aufzubauen und dann Anfang September in Aiguebelette topfit an den Start zu gehen.

Also bis bald,

Eure Marchi

Stufentest und U23-Deutsche

Hallo zusammen,

es liegt wieder einmal eine trainingsreiche Woche hinter uns. Zwar konnten wir den Montag nach unserer Rückkehr vom Weltcup in Varese etwas langsamer angehen, gingen wir doch bereits am Dienstag wieder in unseren 2,5-Einheiten-pro-Tag-Rhythmus über. Auch wenn der Kurztrip nach Italien leider nicht für alle zufriedenstellend verlief, konnten wir dennoch die südliche Wärme, das tolle Hotel und gutes italienisches Eis genießen.

Nach einigen Ruder- sowie Kraft-, Aerobic- und Kräftigungseinheiten stand am Freitag wieder ein Stufentest auf dem Ergometer an. Mit Hilfe dieses Tests wird die individuelle Wattschwelle bei 4 mmol Laktat errechnet. Sie sagt aus, wie gut ausdauertrainiert man ist. Es gibt teilweise große interindividuelle Unterschiede, dennoch ist dieser Test eine gute Methode zur Überprüfung der persönlichen Leistungsentwicklung und somit von Nutzen für die Trainingssteuerung. Am Wochenende folgten auf den Test Ausdauer- und Belastungseinheiten auf dem Wasser in Zweiern, Vierer und Achter.

Während die A-Mannschaft sich in Dortmund zu einem gemeinsamen Trainingswochenende in den jeweiligen Booten versammelte, kämpften einige unserer U23-Ruderinnen in Köln auf der deutschen Meisterschaft um die Medaillen. Marisa und Sophie O. bestätigten ihre U23-WM-Nominierung und erruderten den Sieg im Zweier ohne. Auch Lisa zeigte, dass sie schnell unterwegs ist und gewann Gold im Vierer ohne und Achter. Viel Erfolg für das anstehende Trainingslager in Ratzeburg und auf der WM in Plovdiv/Bulgarien.

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Für die A-Mannschaft geht es in dieser Woche weiter mit den Vorbereitungen für den Weltcup in Luzern nächste Woche.