Das erste Testwochenende 2015

Hallo ihr Lieben,

Die Woche begann mit einem trainingsfreien Tag, den wir nach dem anstrengenden Trainingsblock der letzten 3 Wochen alle gut gebrauchen konnten. Jeder konnte die Batterien aufladen und den Fokus auf das bevorstehende Testwochenende richten.

Wir durchlaufen in regelmäßigen Abständen Leistungskontrollen, die alle Aspekte unserer momentanen Leistungsfähigkeit und unserer Leistungsentwicklung wiederspiegeln. Am Freitag liessen wir unsere Muskeln spielen und duften zeigen wie viele Kilo wir maximal an verschiedenen Übungen bewegen können. Krafttraining steigert nicht nur unsere individuelle Muskelkraft, sondern schützt uns Sportlerinnen auch vor Verletzungen. Obwohl Rudern eine Sportart mit einem vergleichsweise geringen Verletzungsrisiko ist, müssen wir unseren Körper so stärken, dass er den vielen Kräften die beim Rudern auf uns wirken auch stand hält.

Die vielen vielen Tiefkniebeugen, Züge gegen die Bank, vom Boden auf die Schultern und teilweise sogar über Kopf haben ihre Wirkung gezeigt und wurden bei allen mit Steigerungen der Maximalkraftwerte belohnt. Auch wenn ich persönlich diesen Punkt noch nicht ganz erreicht habe, fühlt man sich ein bisschen wie Superwoman, wenn man das eigene Körpergewicht stemmen oder ziehen kann, die Gewichtscheiben dicker werden und die Hantelstange durch sie in verschiedenen Farben `geschmückt` wird.

Kurz nach dem Mittagessen sausten wir in 2 Achtern über den Kanal und haben uns an der Sonne, die im Gegensatz zu der am Anfang der Woche herrschenden winterlichen Temperaturen und dem Eis auf dem Kanal, erfreut. Nach vielen Stunden im Ergo- oder Kraftraum vergisst man leider schnell, wie gut Sonnenstrahlen tun und wieviel freier man an der frischen Luft atmen kann.

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Normalerweise scheucht uns Silvi jeden Freitag Nachmittag durch die Turnhalle und versucht uns mit Hilfe von Tanzschritten koordinativ zu schulen oder durch trügerisch leicht aussehende Übungen unsere Haltung und Rumpfstabilität zu verbessern. Da die eigentliche Mammutaufgabe in Form eines 10km Ergotests am Samstag noch bevor stand, hatte sie jedoch Nachsicht. Unsere vom Krafttest schmerzenden Muskeln haben wir durch verschiedene Yoga- und Dehnübungen etwas erholen können. Es war eine gute Gelegenheit mental ein bisschen runter zu fahren und den Kopf ein wenig zu entlasten.

In mehreren Gruppen wurden wir am Samstag nach der Vorbelastung in Form einer Stufenkontrolle über die 10km geschickt. Für manche war es das erste Mal, dass sie diesen Test durchlaufen mussten, andere hatten schon letztes Jahr das Vergnügen. Mit dem Wissen, dass die Distanz die fünffache unserer eigentlichen Wettkampfdistanz ist, sah man das ein oder andere angespannte und unsichere Gesicht vor dem Start.

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Wie vor jedem Test galt es allerdings alle Zweifel auszublenden und sich und seinem Körper zu vertrauen. Es ist leicht sich in den Momenten vor dem Startsignal verunsichern zu lassen. Gerade dann ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass man die letzten Monate hart trainiert hat und die Werte der letzten Belastungen und Stufenkontrollen ein positives Ergebnis versprechen. Spätestens wenn das Startsignal fällt, wird man von der Energie und der Atmosphäre, die in dem Ergoraum herrschen, mitgerissen und man ist mittendrin. Über die Distanz ist die richtige Renneinteilung der Schlüssel zum Erfolg. Fängt man zu beherzt an, ist die Gefahr, dass einem die Körner ausgehen, groß. Traut man sich am Anfang zu wenig zu, bleibt das nagende Gefühl, dass man mehr hätte geben können. Fast alle haben die Strecke erfolgreich gemeistert und viele haben ihre Erwartungen übertroffen. Jeder ist um einen Ergotest und eine Erfahrung reicher und hatte die Chance etwas über sich und seine persönlichen Grenzen zu lernen.

Ein anstrengendes Testwochenende ging am Sonntag morgen nach einer langen Ausdauereinheit auf dem Wasser zu Ende. Zum Abschluss hat sich der Winter noch einmal von seiner unschönen Seite gezeigt und hat uns starke eisige Winde und Niederschlag in verschiedenen Formen beschert. Bald geht es ins Trainingslager nach Sabaudia, Italien, wo hoffentlich Sonnenstrahlen und Temperaturen jenseits der 15Grad Marke warten.

 

Eure Clara