Die Spannung für Leipzig steigt

Dies war die letzte richtige Trainingswoche vor unserer Langstrecke, die nächstes Wochenende in Leipzig stattfinden wird. Es ist dabei üblich, dass sich jede Mannschaft individuell vorbereitet, um in bester Form an den Start gehen zu können. Dabei hatte ich mit meiner zweier Partnerin, Elisaveta Sokolkova schon alles durchgeplant. Wir haben in den letzten Wochen unseren Zweier-ohne sehr gut trainieren können. Leider bin ich noch einmal krank geworden und das hat uns in unserer Planung zurückgeworfen, sodass uns jetzt einige Zweier-Einheiten fehlen. Da wir uns eigentlich sehr viel im Zweier-ohne bewegen wollten.  Außerdem kommt es erschwerend dazu, dass mein Studium seit dem 17. März schon angefangen hat. Ich studiere an der Hochschule Niederrhein an der das Semester früher anfängt als an den Universitäten.

In den letzten Trainingseinheiten konnten wir unseren Zweier noch stabilisieren und Samstag früh hatten wir noch einmal die Möglichkeit Achter zu fahren. Die Kraft des Achters und die Dynamik wollen wir in unseren Zweier mitnehmen. Mittlerweile trainieren soviele Frauen regelmäßig am Stützpunkt Dortmund, dass wir in zwei Achtern rausfahren konnten.

Obwohl wir Startschwierigkeiten in dieser Woche hatten, haben wir  das Beste aus der Situation herausgeholt. Dies spiegelte sich auch in den Strecken wieder, die wir am Samstag als Vorbelastung für Leipzig gefahren sind. Ich denke wir können mit einem guten Gefühl der Langstrecke nächstes Wochenende entgegen blicken. Dabei erhoffen wir uns eine gute Platzierung im U23 Bereich!

Danke für die Fotos vom Achterfahren an Laura vom RC Hansa Dortmund!

Letztes Großbootwochenende vor Saisonbeginn

20140322_075402Hi Leute,

diese Woche ist wieder viel passiert bei uns am Stützpunkt. Es stand die alljährliche Sportuntersuchung für den Frauen-Riemenbereich an, bei der wir ganz unerwartet alle für fit und sporttauglich befunden wurden 😉

20140322_083357Hauptbestandteil des Trainings unter der Woche war das Ausprobieren der zum Teil neuen Zweierkombinationen für den bevorstehenden Langstreckentest in Leipzig.

„Raus aus den Zweiern – rein in den Achter!“, das war das Motto für dieses Wochenende. Bevor ich mich überhaupt auf die langen,anstrengenden und intensiven Achtereinheiten im Messboot freuen konnte, musste Freitagmorgen erst noch eine Trainingskontrolle auf dem Ergometer absolviert werden (welche für mich eher schlecht als recht verlief).

Am Nachmittag war es dann endlich soweit. Die erste Achtereinheit stand auf dem Plan …

16 Sportlerinnen waren eingeladen zu diesem Trainingswochenende, so konnten wir in zwei Achtern trainieren. Ich glaube Samstag war wohl der mit Abstand längste und härteste Tag der Woche für mich. In der zweiten Einheit war ich dann mit Messboot dran, eigentlich ganz cool, wenn die anschließende Auswertung nicht bis 17:30 Uhr gedauert hätte … Aber was soll’s war ja noch hell draußen 😉

Die Abschlussbelastungen mit Laktatabnahme heute haben mir gezeigt wie viel ich die Woche über trainiert habe: Den restlichen Sonntag werde ich wohl im Bett verbringen!!

Eine sehr ereignisreiche Woche neigt sich dem Ende zu, aber nichtsdestotrotz freue ich mich auf die Nächste, die bestimmt nicht weniger ereignisreich wird.

Ich wünsche euch allen noch einen schönen und erholsamen Sonntag 🙂

Bewerbertraining mit der Telekom – eine etwas andere Trainingseinheit

Letzten Freitag hat die Stiftung Deutsche Sporthilfe gemeinsam mit der Deutschen Telekom Sporthilfe-Athleten zum Bewerbertraining auf der CeBIT eingeladen. Constanze und ich, die BWLer aus unserem Team, sind der Einladung gefolgt und haben für „die Karriere nach der Karriere“ trainiert.

Als Leistungssportler hat man kaum die Möglichkeit, einen „perfekten“ Lebenslauf für den „perfekten“ Berufseinstieg vorzuweisen. Viele der BWL-Kommilitonen, mit denen ich angefangen habe, haben bereits ihren Master in der Tasche, eine Reihe an Praktika bei attraktiven Arbeitgebern absolviert und stehen mittlerweile voll im Beruf – da kann ich nicht mithalten. Ich bin am Ende von meinem Wirtschaftsstudium und würde später gerne etwas in Richtung Unternehmensberatung machen. Aber wie schafft man den Sprung vom Ruderboot in die Berufswelt? Was, wenn man das Studium nicht in Regelstudienzeit mit einem Einser-Abschluss an einer Top-Uni absolviert hat, sondern die Zeit im Wesentlichen mit Training und Regeneration vom Training verbracht hat?

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe hat diese Herausforderung, vor der viele deutsche Spitzensportler stehen, erkannt und unterstützt Leistungssportler beim Einstieg ins Berufsleben nach ihrer sportlichen Laufbahn in Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft. Die Deutsche Telekom ist einer dieser Partner. Zwei sehr nette und sehr kompetente Experten aus der Recruiting-Abteilung der Telekom haben uns am Freitag gezeigt, worauf es bei Bewerbungen ankommt – angefangen vom Anschreiben bis hin zum Assessment Center. Es war echt interessant von den Bewerber-Auswahl-Profis zu hören, worauf es ihnen ankommt, wenn sie z.B. neue Mitarbeiter für die Telekom einstellen.

Die wichtigste Message für mich war: Stell dein Licht nicht unter den Scheffel! Wenn man tagtäglich in einem Umfeld trainiert, in dem eigentlich nur Medaillen zählen und man ständig dem „schneller, besser, stärker“ nachstrebt, vergisst man schnell, was man eigentlich leistet und geleistet hat – auch wenn man keine Olympische Goldmedaille gewonnen hat. Auch wenn ich durch das Rudern nicht gelernt habe, wie man ein Unternehmen vor der Insolvenz rettet, scheint es doch viele Arbeitgeber zu geben, die das Durchhaltevermögen, den Teamgeist und den Ehrgeiz aus dem Sport zu schätzen wissen. Vielleicht findet sich ja auch bald ein Sponsor für unser Team, der diese Werte zu schätzen weiß…

Der Ausflug nach Hannover hat sich auf jeden Fall gelohnt und hat mir Mut und Vorfreude auf das Berufsleben gemacht. Bevor ich aber gegen Mitbewerber um einen potentiellen Arbeitsplatz antrete, freue ich mich, noch eine Weile auf dem Wasser gegen/mit Ruderkolleginnen um Medaillen zu kämpfen 🙂

Abschied von Sabaudia

Sonntag, 09.03.2014, 8:30 Uhr

Hallo ihr Lieben, heute ist es an mir (Ronja), euch an unserem Trainingsleben teilhaben zu lassen. Ich liege gerade im Bett und genieße es, nicht um 6:10 aufstehen zu müssen, um zur Routine zu tapern und mich wiegen und am Ohr Blut abnehmen zu lassen. Das stand nämlich in Sabaudia noch jeden zweiten Tag auf dem Programm. Das Blut, was uns durch Gerold (unseren Leistungsdiagnostiker), Anna (unsere Leistungdiagnostikerin, die in der ersten Woche dabei war) oder Philip (unserem Doc) am Ohr abgenommen wurde, wurde genutzt, um unseren HK (Hämatokrit) zu bestimmen, damit unser Flüssigkeitshaushalt kontrolliert und ein Gewichtsverlust auch mal durch Wasserverlust erklärt werden kann.

Am Donnerstag haben wir in Sabaudia unsere Zelte abgebrochen, was bei uns Ruderern bedeutet: Boote abbauen (also die Ausleger vom Boot abschrauben), verladen und Räder und anderes Material verstauen. Hierbei halten wir uns alle an Markus (unser Bootsbauer) Kommando.  Er behält immer den Überblick und schafft es noch so viele Boote auf dem Hänger und unglaublich viel Material in Bussen unterzubringen. Ich bin mir sicher, er ist ein Meister in Tetris. Als wir nach der ersten Einheit und dem zweiten Frühstück zum Abbauen unserer Zweier wieder zum Bootsplatz fuhren, wurden wir Zeuge eines etwas gruseligen Trainings. Das Militär hatte nämlich in unserer zweiten Woche in Sabaudia ihr Lager in der Nähe des Bootsplatzes aufgeschlagen und trainiert. An diesem Morgen schwammen also Soldaten durch den Lago di Sabaudia, vor sich ihren Rucksack und darauf ihr Gewehr zum Zielen. Ein wirklich erschreckender Anblick, gerade für mich, die ich mit dem Militär nichts am Hut habe.

Mittwoch sind wir noch mal Strecken im Zweier und mit getauschten Kombinationen gefahren. Das Trainingslager sollte ja auch dazu genutzt werden, um die Zweierkombinationen für die Langstrecke Leipzig und die Kleinbootmeisterschaften in Köln zu finden. Da wir dieses Mal die Strecken nicht an einem halben Tag (nur zwei Einheiten am Vormittag), sondern an einem vollen Tag gefahren sind, wussten wir alle am Abend, was wir getan hatten (nämlich 3x1500m im Zweier, 60 Minuten Fahrrad und 90 Minuten Rudern).

Sonst wurde in der freien Zeit gespielt (Club Cranium oder Wizard), geschlafen oder gelernt. Ich selber habe das Schlafen der Arbeit für die Uni vorgezogen, dabei wollte ich eigentlich im Trainingslager meinen Theorieteil für die im Sommer anstehende Bachelorarbeit schreiben. Meine Müdigkeit war aber einfach stärker, als mein Vorsatz. Es ist, wie ihr seht, nicht immer einfach, die Uni im Trainingsleben zu integrieren. Wobei wir ja auch zwei Klausurenschreiber im Trainingslager hatten. Donnerstag hat Miriam am Vormittag nicht trainiert, sondern Klausur in Kinder- und Jugendpsychologie geschrieben. Ich war froh, dass ich die Klausur schon letztes Jahr geschrieben habe!

Ich wünsche euch allen noch einen schönen SONNtag 🙂 Ich werde jetzt mal aufstehen und ein bisschen rudern gehen 😉