Ein schwieriger Weg nach Olympia
Nach dem enttäuschenden achten WM-Platz und der verpassten direkten Olympia-Qualifikation musste das Team Frauenachter zu Beginn der Vorbereitung auf der Saison 2012 einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Der Deutsche Ruderverband hat beschlossen, keine zentralen Zusammenführungen und Trainingslager im Winter zu unterstützen. Es sei „seit 2010 ein beträchtlicher Rückstand zum Weltniveau“ festgestellt worden, wie es in einer Verbandsmitteilung heißt. Demnach wird aus dem Frauen-Riemenbereich zunächst einmal nur noch der Zweier ohne Steuerfrau unterstützt, der ja ebenfalls noch nicht für Olympia qualifiziert ist.
„Die Entscheidung der fehlenden Unterstützung hat bei uns in Dortmund niemanden vom Training abgehalten. Alle sind zu 100 Prozent motiviert, um die geforderte Leistungssteigerung zu erbringen. Und ich bin überzeugt, dass sie es auch schaffen werden, weil sie weiterhin sehr engagiert bei der Sache sind“, sagte Bundestrainer Christian Viedt. Denn nur bei entsprechend nachgewiesenem Leistungsniveau will der DRV einen Frauenachter zur Qualifikationsregatta nach Luzern (23. Mai 2012) melden. Die erste Testbatterie wird am kommenden Wochenende in Dortmund gestartet. Am Samstag fahren die Ruderinnen im Zweier bei der Sechs-Kilometer-Langstrecke, am Sonntag folgt ein Ergometer-Test über 2.000 Meter.
Dabei geht es auch darum, welche Sportlerinnen sich über entsprechende Leistungsnachweise für die Bildung des Zweiers anbieten, der dann die Olympiaqualifikation angehen soll. Kerstin Hartmann und Marlene Sinnig, die ja bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften den Zweier bildeten, werden sicherlich auch in diesem Jahr wieder die Gejagten auf nationalem Terrain sein. Nach einer durchwachsenen Saison 2011 – bedingt durch Berufsausbildung und Krankheitsausfälle – nimmt das Duo einen erneuten Anlauf auf eine schwierige Olympia-Saison.


